Heute ist der 10.05.2026 und das ist kein Tag wie jeder andere. Heute ist der Erdüberlastungstag für Deutschland. Ein Datum, das uns auf die schmerzliche Realität hinweist, dass wir schon jetzt, mitten im Jahr, die natürlichen Ressourcen aufgebraucht haben, die uns für den Rest des Jahres zur Verfügung stehen. Vor einem Jahr, am 3. Mai, war dieser Tag noch eine Woche früher. Man könnte fast meinen, die Zeit rennt – aber nicht etwa, weil wir umweltfreundlicher werden, sondern aufgrund unserer ungebremsten Verschwendung.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat an diesem Tag wieder einmal klare Worte gefunden. Der Vorsitzende Olaf Bandt spricht von einem Lebens- und Wirtschaftsstil, der schlichtweg nicht zukunftsfähig ist. Ein bisschen mehr Achtsamkeit wäre da schon angebracht! Deutschland setzt weiterhin stark auf fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle. Das ist nicht neu, aber es ist frustrierend. Die Hauptverursacher dieser hohen Ressourcenverschwendung sind die energieintensive Industrie, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr und die industrielle Tierhaltung. Irgendwie hat es der BUND geschafft, dieses Thema immer wieder auf die Agenda zu setzen – und doch tut sich wenig.

Ein kritischer Blick auf den Ressourcenverbrauch

Wenn wir uns überlegen, was das für die Erde bedeutet, wird einem ganz schwindelig. Wenn alle Menschen so leben würden wie in Deutschland, wäre die jährliche Biokapazität der Erde bereits am 10. Mai aufgebraucht. Ein bisschen schockierend, oder? Die Zahlen sprechen für sich: Katar hat seinen „Overshoot Day“ bereits am 4. Februar erreicht, die USA Mitte März und China Ende Mai. Ein Wettlauf um die Ressourcen – und wir in Deutschland stehen nicht besser da, als viele andere Länder. Im globalen Vergleich fiel der Erdüberlastungstag im letzten Jahr auf den 24. Juli. Das zeigt, wie sehr wir uns von einem nachhaltigen Lebensstil entfernt haben.

Doch wo sind die Lösungen? Der BUND fordert Sofortmaßnahmen von der Bundesregierung. Ein Tempolimit, der Ausstieg aus fossilen Energien – das sind nur einige der Vorschläge. Aber so richtig vorankommen wir nicht. Die Entwicklung, die wir gerade durchleben, hat bereits Folgen: Dürren, Starkregen und zunehmend Hitze in unseren Städten. Es ist ein Teufelskreis, aus dem wir nur schwer herauskommen.

Ein Blick über den Tellerrand

Interessant ist auch der Blick auf andere europäische Länder. Luxemburg hat den höchsten Ressourcenverbrauch in der EU und erreichte seinen „Overshoot Day“ bereits am 17. Februar. Ungarn hingegen wird voraussichtlich am 24. Juni in die unerfreuliche Liste der Länder eintragen, die ihre Ressourcen aufgebraucht haben. Es ist ein trauriges Bild, das sich hier abzeichnet. Sogar Bangladesch, Nigeria und Nepal sind die einzigen Länder, die bisher keinen Erdüberlastungstag erreicht haben. Komisch, oder?

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Das Global Footprint Network, das den Erdüberlastungstag jährlich berechnet, hat sicher einen schweren Job. Die Berechnungsmethoden werden regelmäßig aktualisiert, aber die Verschiebung des Datums ist nicht auf ein umweltfreundlicheres Leben zurückzuführen. Das ist eher ernüchternd. Der Rechner des Netzwerks zur Berechnung des individuellen Erdüberlastungstags zeigt uns, wie viel wir tatsächlich verbrauchen. Und wenn wir ehrlich sind, sollten wir vielleicht öfter einen Blick darauf werfen.