Am Freitag, dem 8. Mai, öffnete die neue Ausstellung „Serienkiller – Die True Crime Ausstellung“ ihre Türen in Köln. Eine aufregende, wenn auch düstere Reise in die Abgründe der menschlichen Psyche erwartet die Besucher. Die immersive Schau, die in einem ehemaligen Autohaus in Ehrenfeld untergebracht ist, lässt die Zuschauer in die Welt berüchtigter Mehrfachmörder eintauchen, und zwar an sage und schreibe 20 Stationen. Wer sich für Kriminalfälle, Täterprofile und die Arbeit von Polizei, Rechtsmedizin und forensischen Psychiatern interessiert, sollte auf jeden Fall vorbeischauen.

Besonders spannend ist der erste Raum, der ein nachgebautes Ermittlungsbüro zeigt. Hier beginnt die Reise in die düstere Welt der Kriminalität. Ein echter Blickfang ist ein beigefarbener VW Käfer aus dem Jahr 1968, ganz so, wie ihn Ted Bundy fuhr. Diese Figur ist besonders schockierend, denn Bundy, der mindestens 30 Frauen in mehreren US-Bundesstaaten ermordete, war berüchtigt dafür, Verletzungen vorzutäuschen, um seine Opfer in sein Auto zu locken. Mit manipulierten Türen und einem veränderten Beifahrersitz war er ein Meister der Täuschung.

Einblicke in die Abgründe der Psyche

Die Ausstellung thematisiert nicht nur historische Kriminalfälle, sondern wirft auch einen Blick auf die Arbeit der Ermittler und Psychologen. Die Produzenten der Schau sind die gleichen, die bereits bei „Titanic: Eine immersive Reise“ mit Begeisterung 250.000 Besucher anlockten. Trotz des anhaltenden Booms von True Crime in Podcasts und Serien gibt es kritische Stimmen, die die Inszenierung von Verbrechen und die Vernachlässigung der Opfer bemängeln. Hier bekommt man nachgestellte Tatorte zu sehen, die mit Puppen als Opfer inszeniert sind – ein eindringliches, aber nicht für Kinder unter 16 Jahren geeignetes Erlebnis.

Monika Brodmann, eine pensionierte Ermittlerin, wird als „Crime Coach“ durch die Ausstellung führen. Ihr Ziel ist es, die Besucher über die Gefahren durch soziale Medien aufzuklären und dazu zu ermutigen, vorsichtig im Umgang mit Fremden zu sein. Neben Bundy werden auch die Fälle von Fritz Honka und Armin Meiwes, dem Kannibalen von Rotenburg, behandelt. In einem letzten Raum wird den Opfern gedacht – eine Installation aus Spiegeln und Kerzen, die die Gesichter der Opfer nicht zeigt, außer den vier von Honka.

Psychologie der Serienmörder

Der Kölner Kriminalbiologe Mark Benecke, der die Ausstellung kuratiert, beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Psychologie von Serienmördern. Laut Benecke faszinieren diese Täter die Öffentlichkeit durch ihre grausamen Taten, und die Mechanismen hinter schweren Gewaltverbrechen sind komplex. Oft haben diese Menschen das „gute Gefühl“ für ihre Umgebung verloren, sind einsam, aber nicht verrückt. Ihre unsozialen Persönlichkeitsstörungen führen dazu, dass sie schöne Momente nur in der Gesellschaft ihrer Opfer erleben.

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Benecke erklärt, dass der Verlust des Gefühls für die Umgebung oft bereits in der Kindheit angelegt ist. Bindungsstörungen und eine liebevolle Kindheit können dazu führen, dass sie nur an sich selbst denken und andere als Mittel zum Zweck betrachten. Jürgen Bartsch, ein weiteres Beispiel, verdeutlicht, wie tiefgreifend diese psychologischen Mechanismen sind. Seine ungesunde Bindung zu seinen Opfern zeigt, dass die Entwicklung von Serienmördern bereits in der Jugend geprägt wird. Sie mögen ein gewisses Unrechtsbewusstsein haben, doch das hält sie nicht davon ab, zu lügen oder gar zu töten.

Wenn man durch die Ausstellung schlendert, wird einem schnell klar: Die Faszination für das Böse ist tief verwurzelt in unserer Gesellschaft. Die Darstellung von Gewaltverbrechen in der Popkultur regt zum Nachdenken an. Es bleibt spannend zu verfolgen, wie sich das Interesse an solchen Themen weiterentwickelt und welche Einblicke die Wissenschaft noch bieten wird.