Es war ein sonniger Tag am 8. April 2023 in Ehrenfeld, als ein Mitarbeiter des Kölner Ordnungsdienstes einen schockierenden Angriff erlebte. Mit Benzin übergossen und mit einem Feuerzeug bedroht zu werden, das ist nicht gerade der Alltag eines Ordnungshüters. Glücklicherweise wurde die 49-jährige Angreiferin schnell von anderen städtischen Mitarbeitern überwältigt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Doch dieser Vorfall hat nicht nur Fragen zur Sicherheit aufgeworfen, sondern auch die Stadt Köln dazu veranlasst, über zusätzliche Schutzmaßnahmen für ihre Einsatzkräfte nachzudenken.

Ordnungsdezernentin Andrea Blome hat im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen angekündigt, dass der Einsatz von Hochleistungsreizstoffsprühgeräten geprüft wird. Dies ist nicht das erste Mal, dass über solche Maßnahmen diskutiert wird. Bereits 2017 wollte der damalige Stadtdirektor Stephan Keller den Ordnungsdienst mit Reizgaspistolen ausstatten, was jedoch nach einem tödlichen Vorfall 2018 abgelehnt wurde. Stattdessen erhielt der Ordnungsdienst zwei Modelle von Reizstoffsprühgeräten in Form von Sprühdosen. Die Diskussion um die Sicherheit der Mitarbeiter ist also alles andere als neu.

Die Rolle der Bodycams

Ein weiterer Baustein in der Sicherheitsarchitektur der Stadt Köln sind Bodycams. Ab August 2026 wird das Ordnungsamt flächendeckend mit diesen Geräten ausgestattet. Aktuell sucht die Stadt nach einem Anbieter für die Miete von voraussichtlich 105 Bodycams, mit einer möglichen Erhöhung auf bis zu 123 Geräte. Ordnungsamts-Chef Ralf Mayer hat bereits positive Erfahrungen mit Bodycams gemacht. In heiklen Situationen scheint die bloße Ankündigung, die Kamera einzuschalten, oft schon auszulangen, um Konflikte zu entschärfen. Die Stadt Köln hat die Bodycams als wirtschaftlich sinnvoll erachtet, da die Technik schnell veralten kann.

Im Jahr 2022 gab es bereits 156 Strafanträge wegen Übergriffen auf Mitarbeiter des Ordnungsamtes, und bis Juni 2023 waren es bereits 71. Während der Hochphase der Corona-Pandemie schoss die Zahl sogar auf 206. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen, dass die Stadtverwaltung handeln muss. Mitarbeiter gehen aus Sicherheitsgründen oft in Dreierteams auf Streife. Die Einführung von Bodycams ist ein wichtiger Schritt, um den Ordnungskräften ein Gefühl der Sicherheit zu geben.

Weitere Maßnahmen zur Sicherheit

Zusätzlich zu den Bodycams denkt die Stadt Köln über weitere Sicherheitsmaßnahmen nach. Verstärkte T-Shirts und mobile Alarme könnten bald Teil der Schutzausrüstung sein. Auch die Schutzausrüstung umfasst bereits ballistische Schutzwesten, Funkgeräte mit Notfalltasten und Schlagstöcke. Bodycams werden flächendeckend eingesetzt, und mindestens eine pro Team ist Pflicht, um die Beweissicherung zu unterstützen. Das MUT-Team der Stadt bietet betroffenen Mitarbeitern Unterstützung, und Blome hat auch Supervisionen im Ordnungsamt angekündigt, um die Abläufe zu verbessern und Konfliktsituationen besser zu lösen.

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Die Sorgen um die Sicherheit der städtischen Mitarbeiter sind also mehr als berechtigt. Die Stadt Köln ist gefordert, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Ordnungshüter zu schützen. Die Entwicklung der Sicherheitsstandards wird weiterhin genau beobachtet, und man darf gespannt sein, wie sich die Situation in der Zukunft entwickeln wird.