Wer träumt nicht davon, der winterlichen Kälte in Deutschland zu entfliehen? Die Geschichte von Mara Sost und ihrem Mann Dieter ist dafür ein ganz wunderbares Beispiel. Jedes Jahr im November, nach dem Geburtstag von Maras Schwester, ziehen sie für mehrere Monate nach Gran Canaria. Das Paar reist seit vielen Jahren auf die kanarische Insel und hat sich dort mittlerweile ein kleines Häuschen eingerichtet. Dieser Traum wurde für Mara – an ihrem 60. Geburtstag geäußert – Wirklichkeit, denn Dieter nahm den Wunsch ernst und begann, sich über Immobilienkäufe zu informieren. Wer könnte da nicht neidisch werden?
Ein besonderes Highlight ihrer Auswanderung ist der Zugang zur spanischen Sprache, den sie durch Freundschaften vor Ort gewonnen haben. Das Leben auf Gran Canaria ist für das Paar ein Genuss, um der trüben Kälte in Deutschland zu entkommen. Für EU-Bürger ist es unkompliziert, bis zu drei Monate in Spanien zu verweilen – ein Personalausweis oder Reisepass genügt. Für längere Aufenthalte hingegen ist es notwendig, eine spanische Identifikationsnummer (N.I.E.) zu beantragen, gerade wenn es um Vertragsabschlüsse oder Immobilienkäufe geht. Es ist also einiges zu beachten, aber so ist das Leben im Ausland.
Das Leben auf Mallorca: Egon Gardings Perspektive
Ganz anders, aber doch ähnlich, ist die Geschichte von Egon Garding. Der Jahrgang 1952 lebt seit 1994 in Mallorca und hat dort den „Deutschen Club auf Mallorca“ gegründet – mit stolzen 7.000 Mitgliedern. Was für eine Gemeinschaft! Egon und seine Frau haben sich in Moscari, einem kleinen, idyllischen Dorf in den Bergen, niedergelassen und genießen den ruhigeren Lebensrhythmus. Die medizinische Versorgung auf Mallorca ist gut, was für viele Rentner ein entscheidender Punkt ist. Übrigens, die Rente wird auf ein deutsches Konto überwiesen. Das ist echt praktisch!
Für Egon, der einer von etwa 240.000 Rentenempfängern der Deutschen Rentenversicherung im Ausland ist, hat die Rente auch ihre besonderen Tücken. Je nach Aufenthaltsland kann sich die Höhe der Rente ändern. Klar, das hängt von verschiedenen Faktoren ab, und Rentenbezieher müssen jährlich eine Lebensbescheinigung vorlegen. Besonders wichtig ist auch, dass die gesetzliche Krankenversicherung bei einem Aufenthalt in einem EU-Land bestehen bleibt. Versicherungsexperte Christian Metz empfiehlt, sich vorab gründlich über Krankenversicherungen zu informieren, vor allem für längere Aufenthalte.
Wichtige Tipps und Herausforderungen
Die Vorbereitung auf einen Umzug ins Ausland ist alles andere als ein Kinderspiel. Es gibt so viele Aspekte zu bedenken: Zielland, finanzielle und rechtliche Fragen, gesundheitliche Belange. Auch die Umzugskosten können schnell ins Geld gehen – Transport, Zoll, Wohnungen suchen, Gebühren für Behördengänge – das summiert sich. Wer da ein Budget festlegt und die Preisunterschiede im neuen Land prüft, ist schon mal einen Schritt weiter. Und wie sieht es mit der Krankenversicherung aus? Es ist ratsam, eine zusätzliche Auslands- oder internationale Krankenversicherung abzuschließen, besonders wenn man außerhalb der EU lebt.
Ein weiterer Punkt: Die steuerlichen Aspekte sollten nicht unterschätzt werden. Es ist wichtig, die Steuerpflicht im neuen Land zu klären, auch wenn die Rente aus Deutschland kommt. Hier ist eine Beratung mit Steuerexperten empfehlenswert. Und wenn man länger als drei Monate bleiben möchte, sind Anmeldungen und Nachweise erforderlich. Wer sich für einen Daueraufenthalt entscheidet, hat nach fünf Jahren die Möglichkeit, ein unbefristetes Aufenthaltsrecht zu erwerben.
Die Integration in das neue Umfeld kann eine Herausforderung sein. Sprachbarrieren bei Einkäufen oder Arztbesuchen sind nicht zu unterschätzen. Daher lohnt es sich, ein wenig in die Landessprache einzutauchen, sei es durch einen Sprachkurs oder einfach durch den Austausch mit Einheimischen. Das Knüpfen neuer sozialer Kontakte ist für viele Auswanderer essenziell, um Einsamkeit und Isolation zu vermeiden. Lokale Vereine oder deutsche Communities können dabei eine tolle Unterstützung sein!
Wer also überlegt, im Alter ins Ausland zu gehen, sollte nicht nur die Vorzüge im Blick haben, sondern auch die Herausforderungen und Risiken. Ungeplante Rückkehr aufgrund finanzieller Belastungen oder gesundheitlicher Probleme – das sollte man sich gut überlegen. Ein Plan B ist nie verkehrt. Am Ende ist es die gute Vorbereitung, die den Neustart im Ausland erleichtert.