Wenn der Fußball zur politischen Waffe wird: Ein Blick auf die Schatten der WM 2026
Heute ist der 23.06.2026. Ein spannendes Datum, wenn man an die große Bühne des Fußballs denkt. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat bereits ihre Schatten geworfen, und es ist kaum zu übersehen, wie Nationalismus und rechte Politik versuchen, das Geschehen zu beeinflussen. Man erinnere sich an den Slogan „Build the wall!“, der während Donald Trumps Wahlkampf so prägend war. Das US-Ministerium für Innere Sicherheit hat diesen Slogan sogar in der Vergangenheitsform verwendet und zeigt in einem Bild eine Mauer zwischen dem US-Team und einem Fußballtor. Ein Bild, das irgendwie symbolisch für die politischen Spannungen steht, die mit dem Turnier einhergehen.
Trump selbst hat das Turnier genutzt, um seine politischen Gegner zu bedrohen und eine Atmosphäre der Spaltung zu schaffen. In Kolumbien, wo die Präsidentschaftswahl stattfand, spielte das Nationaltrikot eine zentrale Rolle. Der ultrarechte Kandidat Abelardo de la Espriella, auch bekannt als „El Tigre“, trug oft das Trikot der Nationalmannschaft und veröffentlichte KI-generierte Videos, in denen er Tore gegen seine politischen Gegner erzielte. Hier wird das Trikot, das eigentlich ein Symbol der Einheit sein sollte, zum Instrument der Polarisierung. Der Kolumbianische Fußballverband hat daraufhin gefordert, das Nationalteam aus politischen Debatten herauszuhalten. Verwirrende Zeiten, nicht wahr?
Politik und Fußball: Ein gefährliches Spiel
In Brasilien hat sich die Situation nicht viel besser entwickelt. Das gelbe Trikot, das eigentlich für Freude und Teamgeist stehen sollte, wurde von Anhängern des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro vereinnahmt. Bei den Stürmen auf das Kongressgebäude und andere Institutionen trugen viele Bolsonaro-Anhänger das gelbe Trikot. Man könnte fast meinen, es wäre zum Symbol für den Putschversuch und die gesellschaftliche Spaltung geworden. Auf der anderen Seite trugen die Gegner Bolsonaros oft das blaue Auswärtstrikot, um ihren Protest auszudrücken. Der Brasilianische Fußballverband CBF hat sich klar gegen die Verwendung des Trikots bei antidemokratischen Handlungen ausgesprochen, während der aktuelle Präsident Lula da Silva ebenfalls signalisiert hat, dass er sich mit dem Trikot zeigen möchte.
Das macht einen schon nachdenklich, oder? Flavio Bolsonaro, der Sohn von Jair Bolsonaro, bezeichnet das gelbe Trikot gar als „Bolsonaros Shirt“ und zeigt sich häufig damit. In solch einem Klima wird es immer schwieriger, den Sport von der Politik zu trennen. Das Trikot, ursprünglich ein Zeichen der nationalen Identität, wird in diesen Fällen mehr als politische Waffe denn als Symbol der Zusammengehörigkeit genutzt. Die Frage ist, wie lange das gutgeht und welche Auswirkungen das auf die Fans und die Kultur des Fußballs haben wird.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ereignisse rund um die WM 2026 entwickeln werden. Die Welt schaut gespannt zu – und die Fans, die sich auf die Spiele freuen, hoffen, dass es nicht nur um Politik, sondern auch um das schöne Spiel geht. Wer weiß, vielleicht wird das Turnier sogar zu einem Moment der Einheit und des Friedens, trotz all der Herausforderungen, die uns umgeben. Fußball kann schließlich auch verbinden.
