Schulbau in Köln: Zwischen Sparzwang und Zukunftsvisionen
In Köln dreht sich derzeit alles um den Schulbau. Die einstige Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat während ihrer Amtszeit von 2015 bis 2025 die Wichtigkeit des Themas immer wieder betont. Tatsächlich hat die Stadt in den letzten zehn Jahren enorme Summen in den Schulbau gesteckt, um einen längst überfälligen Sanierungsstau abzubauen. Doch jetzt wird das Ganze ein bisschen komplizierter: Kämmerin Dörte Diemert hat angekündigt, dass beim Schulbau künftig gespart werden soll. Das sorgt für Aufregung unter den Schulpolitikern, die sich als die wahren Lobbyisten der Schulen sehen. Sie kritisieren die extrem hohen Kosten für einzelne Projekte, die bis zu 200 Millionen Euro betragen können! Trotz dieser Sparmaßnahmen sollen jedoch bereits geplante Großprojekte in der Pipeline bleiben. Immerhin gibt es einige Lichtblicke: Die Stadt hat neue Schulgebäude wie das Hansa-Gymnasium und die Nippeser Grundschule realisiert, die mit modernen Lernkonzepten und frischer Architektur aufwarten.
Besonders spannend ist das Gymnasium an der Brügelmannstraße. Es wurde in nur zweieinhalb Jahren Bauzeit durch ein Investorenmodell errichtet. Ein Schritt, der sicherlich auch andere Schulen motivieren könnte. Allerdings hat die Stadt Köln auch mit Herausforderungen zu kämpfen. Sie mietet Schulgebäude von privaten Investoren und bezahlt dafür jährlich hohe Mieten – das Porzer Gymnasium schlägt beispielsweise mit 11 Millionen Euro zu Buche. Da fragt man sich schon, ob das alles so nachhaltig ist. Die größten laufenden Schulbauprojekte sind gewaltig: Die Europaschule am Raderthalgürtel wird mit ca. 452 Millionen Euro veranschlagt, gefolgt vom Schulzentrum Porz mit rund 420 Millionen Euro und der Generalinstandsetzung des Gymnasiums Kreuzgasse mit 266 Millionen Euro. Das sind Summen, die einem schwindelig werden lassen!
Die wirtschaftliche Lage und ihre Folgen
Im Wirtschaftsplan 2025 sind für die kommenden Jahre Investitionen von 467,5 Millionen Euro (2026), 585,8 Millionen Euro (2027) und 538,9 Millionen Euro (2028) eingeplant. Das klingt vielversprechend, doch Kämmerin Diemert betont die Notwendigkeit, Ausgaben und Investitionen angesichts der wirtschaftlichen Lage zu überprüfen. Die Stadtschulpflegschaft und die Schulleiter äußern sich kritisch und betonen die potenziellen Auswirkungen auf die Bildungsqualität. Der Sanierungsstau in Köln bleibt hoch, mit einem geschätzten Instandsetzungsbedarf im dreistelligen Millionenbereich. Ein paar Beispiele gefällig? Die Gemeinschaftsgrundschule Merianstraße wartet seit 16 Jahren auf eine neue Mensa, während die Grundschule Alzeyer Straße mit provisorischen Lösungen für undichte Unterrichtscontainer kämpft. Und am Hölderlin-Gymnasium gab es während einer Hitzewelle massive Probleme mit defekten Heizungen.
Die Stadt hat auch Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Bauprojekte: Verzögerungen beim Porzer Gymnasium und der Heliosschule sind nur die Spitze des Eisbergs. Zudem gibt es Platzprobleme durch steigende Schülerzahlen und gesetzliche Anforderungen an Grundschulen. Schulpolitiker sind sich einig, dass Einsparungen notwendig sind – aber gleichzeitig betonen sie die Wichtigkeit von Investitionen in die Schulen. Ein echter Drahtseilakt!
Innovationen im Schulbau
Die Stadt Köln setzt mittlerweile auf General- oder Totalunternehmen für ihre Bauprojekte, um die Bauzeiten zu verkürzen. Diese Unternehmen übernehmen nicht nur die Bauleistungen, sondern auch die meisten Planungsleistungen. Das hat den Vorteil, dass sich die Stadt auf ihre Kernaufgaben konzentrieren kann. Dennoch, die öffentliche Hand hat es im angespannten Bausektor und dem damit verbundenen Fachkräftemangel zunehmend schwerer. Besondere Vergabeformen mit privaten Unternehmen sollen helfen, die Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit der Projekte zu unterstützen. Vorarbeiten und enge Begleitung der Auftraggeber sind weiterhin unerlässlich, und die Überwachung der Bauausführung ist nötig, um Kosten- und Terminsicherheit sicherzustellen.
Aktuell sind 90 Schulbauvorhaben in Planung oder bereits im Bau. Im Jahr 2023 werden 19 Projekte fertiggestellt, darunter auch der Neubau in Deutz. Für das Schuljahr 2025/26 sollen bis zu 4600 Plätze für Fünftklässler an alten und neuen Gymnasien angeboten werden. Das sind 400 Plätze mehr als im Vorjahr! Und die Stadt plant, ihr Maßnahmenpaket für den Schulbau von 50 auf 60 Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen auszuweiten. Damit würde der Stadtrat allerdings weitere 1,1 Milliarden Euro freigeben müssen. Ein gewaltiger Brocken! Die Stadt hat also einiges vor und muss gleichzeitig die Herausforderungen angehen, die sich aus der Flächenkonkurrenz ergeben. Es gibt kaum Grundstücke an benötigten Standorten, was die Situation nicht gerade einfacher macht.
Insgesamt fließen von 2026 bis 2029 rund zwei Milliarden Euro in den Schulbau. Köln investiert dabei mehr Geld pro Einwohner in den Schulbau als jede andere Millionenstadt in Deutschland. Das lässt hoffen, dass die Schulen bald besser ausgestattet sind und die Kinder in einem angenehmen Umfeld lernen können. Doch bis dahin bleibt es spannend und herausfordernd – für alle Beteiligten!
