Kölner Bauprojekte zwischen Hoffnung und Insolvenz: Was passiert mit Zoll 5 und Bilderveedel?
Die Nachrichten aus Köln bringen gerade einiges ins Rollen. Cube Real Estate, ein Projektentwickler aus Leverkusen, hat Insolvenz angemeldet. Das hat natürlich Wellen geschlagen – aber nicht alle Bauprojekte sind in Gefahr. Zwei große Vorhaben in Köln, „Zoll 5“ in Zollstock und „Bilderveedel“ in Bilderstöckchen, sollen trotz der Unsicherheiten weitergeführt werden. Die Gesellschaften, die hinter diesen Projekten stehen, sind nicht insolvent. Das klingt erst einmal beruhigend.
Hinter den Kulissen wird bereits fleißig an der Fortführung dieser Projekte gearbeitet. Ziel ist es, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und die Pläne ohne größere Verzögerungen voranzutreiben. Für „Zoll 5“ sind Investitionen von etwa 25,5 Millionen Euro für rund 115 neue Apartments und Wohnungen eingeplant. Das „Bilderveedel“ wird sogar mit 212,5 Millionen Euro auf einer Fläche von 5,5 Fußballfeldern entwickelt, wobei die genaue Anzahl der Wohnungen noch unklar bleibt. Ein kleiner Seitenhieb an die Zahlen: Der Verkaufspreis für „Zoll 5“ sollte ursprünglich bei 27,8 Millionen Euro liegen, während „Bilderveedel“ mit stolzen 278,8 Millionen Euro in den Markt gehen sollte.
Neue Geldgeber gesucht
Die Insolvenz hat auch ihre Schattenseiten. Cube Real Estate ist auf der Suche nach neuen Geldgebern für das Projekt „Zoll 5“, nachdem der bisherige Finanzierungspartner die Zusammenarbeit eingestellt hat. Man könnte fast meinen, das ist wie im echten Leben: Wenn’s brenzlig wird, ziehen sich einige lieber zurück. Interessanterweise hat die Deutsche Bahn Interesse an Teilen der Projektfläche „Bilderveedel“ signalisiert. Vielleicht gibt es da ja eine unerwartete Wendung?
In Köln ist Jens Schmidt als Insolvenzverwalter bekannt. Der Mann hat schon bei anderen Projekten, wie der Gerchgroup, sein Geschick unter Beweis gestellt. Übrigens, die Insolvenz von Cube Real Estate erfolgt in Eigenverwaltung. Das bedeutet, die Geschäftsführung bleibt aktiv, während Herr Schmidt die Geschäfte überwacht. Ein bisschen wie ein Aufpasser auf dem Schulhof, der dafür sorgt, dass alles nach Plan läuft.
Hintergründe und Ausblicke
Die Gründe für die Insolvenz sind vielfältig: gestiegene Baukosten, veränderte Finanzierungsbedingungen und die allgemeine Marktlage. Zudem gab es Pläne für die Entwicklung eines ehemaligen Brauerei-Areals in Mülheim, doch diese wurden aufgrund fehlender Finanzierungspartner ad acta gelegt. Ursprünglich waren 383 Millionen Euro für 222 Wohnungen und Büros eingeplant, mit einem angestrebten Fertigstellungstermin im Jahr 2030. Doch nun bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird.
In Köln gibt es Möglichkeiten für Unternehmen, die in einer angespannten wirtschaftlichen Lage stecken. Das sogenannte Schutzschirmverfahren könnte eine Option sein, bevor die Pflicht zur Insolvenzanmeldung greift. Voraussetzung ist, dass die Sanierung grundsätzlich möglich ist. Nach gerichtlicher Freigabe in Köln hätten die Verantwortlichen bis zu drei Monate Zeit, um einen belastbaren Plan zur Neuaufstellung zu erarbeiten. Das klingt nach einer Menge Bürokratie, die man erst einmal überstehen muss.
Das Insolvenzrecht bietet verschiedene Ansätze, um Unternehmen in der Krise zu unterstützen. Mit dem StaRUG können strukturierte Schritte zur Abfederung finanzieller Risiken eingeleitet werden. Hierbei wird ein Konzept entwickelt, das sich an den betroffenen Gläubigern orientiert. Und auch wenn die Geschäftsführung während der Eigenverwaltung handlungsfähig bleibt, muss ein Insolvenzplan erarbeitet werden, der von den Gläubigern akzeptiert wird. Das ist alles andere als einfach.
Wenn das alles nicht gelingt, könnte es zur Regelinsolvenz kommen. Dann wird das Verfahren eröffnet, wenn die Zahlungsunfähigkeit nicht mehr abwendbar ist. Die Gläubiger können dann ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Ein spannendes, aber auch nervenaufreibendes Spiel für alle Beteiligten. Man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte rund um Cube Real Estate weiterentwickelt und welche neuen Partner sich finden lassen.
