Zollstock im Parkchaos: Anwohner fordern endlich Gehör von der Stadtverwaltung
In den letzten Monaten haben die Anwohner in Zollstock das Gefühl, dass die Stadtverwaltung nicht wirklich auf ihre Bedürfnisse eingeht. Die Parkplatzsituation hat sich merklich verschärft. Besonders die Bornheimer Straße und die Alfterstraße sind betroffen, wo das Ordnungsamt seit Mitte Mai Knöllchen für Falschparker verteilt. Und das hat zum Teil auch mit einer Entscheidung aus dem September 2022 zu tun, als die Stadt das halbseitige Gehwegparken in diesen Straßen aufgehoben hat. Rund 60 Parkplätze fielen dadurch weg – ein echter Schock für die Anwohner!
Die Wogen kochen hoch, denn die betroffenen Nachbarn sind unzufrieden. Sie werfen der Stadt Untätigkeit vor, besonders nachdem vier Beiräte von Eigentümergemeinschaften mit etwa 500 Wohneinheiten Oberbürgermeister Torsten Burmester angeschrieben haben. Ein Entgegenkommen der Verwaltung fordern sie, doch bisher bleibt eine Antwort aus. Die Stadt begründet die Abschaffung des Gehwegparkens mit Messungen, die zeigten, dass die Mindestbreiten für Gehwege und Fahrbahn nicht eingehalten werden können. Das klingt ja schon fast nach einem bürokratischen Dschungel!
Ein ungelöstes Problem
Anwohner bezweifeln jedoch die Messergebnisse. Sie schlagen stattdessen markierte Parkflächen vor, um das Chaos ein wenig zu ordnen. Dabei betonen sie, dass nicht die parkenden Autos das Problem sind, sondern die rücksichtslos parkenden Fahrzeuge, die die Situation weiter verschärfen. Komischerweise haben die Anwohner bereits im Mai 2025 inoffiziell von der Änderung der Parkordnung erfahren – ein wenig spät, um aktiv Einfluss zu nehmen, oder? Ihr Vorschlag wurde im Mai an das Ordnungsamt und im Sommer an Oberbürgermeisterin Henriette Reker geschickt, doch ohne jegliche Reaktion. Was für ein Frust!
Ein Ortstermin im Februar, an dem Feuerwehr, Ordnungsamt und Politik zusammenkamen, brachte auch keine Lösung. Denn leider fehlten die Mitarbeiter der Ämter für Verkehrsmanagement und nachhaltige Mobilitätsentwicklung. Die Feuerwehr und das Ordnungsamt fanden den Vorschlag der Anwohner zwar praktikabel, doch was nützt das, wenn die entscheidenden Köpfe nicht anwesend sind? Die Bezirksvertretung hat sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt, aber auch dort wurden Entscheidungen vertagt, was die Anwohner in ihrer Geduld weiter auf die Probe stellt.
Die Herausforderungen der Stadt
Die Stadt hat auf Anfrage mitgeteilt, dass eine fachliche Stellungnahme zum Vorschlag vorliegt, die in der Bezirksvertretung am 22. Juni beraten werden soll. Diese Stellungnahme prüft Markierungen für das Gehwegparken und das Verbot von großen Fahrzeugen. Allerdings gibt es einen Haken: Die Stadt erklärt, dass beidseitiges halbseitiges Gehwegparken nicht möglich sei, da die verbleibende Gehwegbreite von nur etwa 1,65 Metern nicht dem Masterplan Parken entspricht. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Stadtverwaltung die Bedürfnisse der Anwohner endlich ernst nimmt.
Die Organisation des ruhenden Verkehrs ist eine komplexe und umstrittene Angelegenheit. Kommunen stehen vor Herausforderungen, die nicht nur mit der Parkplatzsituation zu tun haben. Anforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung, zunehmender Lieferverkehr und steigende Kfz-Zulassungszahlen – all das spielt eine Rolle. Die aktuelle Gesetzgebung und die Rechtsprechung machen es den Städten nicht einfacher, Lösungen zu finden. Das Difu-Projekt „Pano“ widmet sich diesen Veränderungen und unterstützt elf Städte bei der Neugestaltung des Parkraummanagements.
Ein wichtiger Aspekt ist die Kommunikation mit den Anwohnern und das Einbeziehen ihrer Bedürfnisse. Vielleicht könnte Zollstock von einem solchen Ansatz profitieren. Die Anwohner haben Ideen, und es gibt viel Raum für kreative Lösungen – wenn nur die Stadt auf sie hören würde!
