In Köln war die Stimmung zur Unterstützung der Olympischen Spiele 2036 eher durchwachsen. Die Hohenzollernbrücke, ein beliebtes Wahrzeichen der Stadt, sollte in den olympischen Farben erstrahlen, um die Bewerbung zu bekräftigen. Doch anstelle einer Feier gab es Chaos bei der Stimmenauszählung, was nicht gerade für ein positives Bild sorgte. Zu wenige Wahlhelfer waren vorhanden, um die über 300.000 Stimmen, die für die Abstimmung eingegangen waren, rechtzeitig auszuzählen. Statt der geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse um 21:30 Uhr, mussten die Kölner bis 3 Uhr morgens warten. Wenig überraschend wurde Köln zum Schlusslicht unter den 17 nordrhein-westfälischen Bewerberstädten erklärt.

Oberbürgermeister Torsten Burmester, der seit Dezember 2025 im Amt ist und sich für Köln als „Leading City“ stark machte, erntete Spott von seinen Kollegen für die ineffiziente Verwaltung. In der Stadt herrscht ein intensiver Diskurs über die Zukunft der olympischen Bewerbung, und während die Kölner über die Möglichkeit einer Teilnahme an der Bewerbung von KölnRheinRuhr für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 abstimmen, stehen die Uhren nicht still. Der Abstimmungszeitraum läuft bis zum 19. April 2026, was den Kölnerinnen die Möglichkeit gibt, sich aktiv in die Entscheidung einzubringen.

Details zur Abstimmung

Rund 814.000 Kölnerinnen sind abstimmungsberechtigt und erhalten ihre Unterlagen automatisch zwischen dem 19. und 27. März 2026. Die entscheidende Frage lautet: „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Köln an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?“ Das Ergebnis der Abstimmung wird als Ratsbeschluss gelten, wenn mehr als 10% der Abstimmungsberechtigten für „Ja“ stimmen und die Ja-Stimmen die Nein-Stimmen überwiegen. Die Abstimmung erfolgt ausschließlich per Brief, was für viele Bürger eine Herausforderung darstellen könnte.

  • Abstimmungsunterlagen müssen bis spätestens 19. April 2026, 16 Uhr, beim Wahlamt eingegangen sein.
  • Ersatz für nicht erhaltene oder verlorene Abstimmungsunterlagen kann bis zum 18. April 2026, 12 Uhr, beantragt werden.
  • Abstimmungsberechtigt sind Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind und einen Hauptwohnsitz in Köln haben.

Die Stadt Köln plant im Rahmen der Olympiabewerbung zudem ein neues Stadtviertel, das nach den Spielen in Wohnraum umgewandelt werden soll. Dies könnte eine Antwort auf die anhaltende Wohnungsnot in der Stadt sein, birgt jedoch auch die Gefahr einer Gentrifizierung und steigender Mietpreise. Kritiker, wie Jörg Detjen von „NOlympia Colonia“, warnen vor den möglichen negativen Auswirkungen auf bestehende Wohnprojekte.

Politische Dimensionen

Parallel zur olympischen Debatte hat auch die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier im Bundespräsidialamt begonnen. CSU-Chef Markus Söder hat Ilse Aigner, die Präsidentin des bayerischen Landtags und ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin, als mögliche Kandidatin ins Spiel gebracht. Ihre Unterstützung durch Söder wird als Indiz für seine eigenen Ambitionen gewertet. Während die politischen Wogen in Berlin schlagen, bleibt die Frage nach den Chancen der Olympiabewerbung in Köln bestehen.

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Die Entscheidung über den Bewerbungsort für die Olympischen Spiele wird im Herbst fallen. In München hat bereits ein Bürgerentscheid für eine Bewerbung stattgefunden, während andere Städte wie Hamburg und Berlin ihre eigenen Abstimmungen planen. Befürworter der Olympischen Spiele sehen in dieser Veranstaltung einen Wirtschaftsmotor und eine Chance für lokale Unternehmen, während Kritiker vor überzogenen Erwartungen und den langfristigen Kosten warnen. Wie sich das Ganze entwickeln wird, bleibt abzuwarten.