Es ist ein leidenschaftliches Treiben im Kölner Veedel Lindenthal, wo der SC Blau-Weiß 06 Köln, einer der größten Fußballvereine der Stadt, schon seit 1982 seine sportlichen Ambitionen im Fort VI verfolgt. Doch die Freude am Spiel wird zunehmend getrübt. Geschäftsführer Daniel Buß beschreibt die Lage als „katastrophal“. In den letzten zweieinhalb Jahren hat der Verein mit enormen Problemen zu kämpfen, die sich nicht nur auf die sportlichen Leistungen auswirken, sondern auch auf die Stimmung im Verein. Schimmel in den Umkleide- und Duschräumen hat dazu geführt, dass die Stadt diese schließen musste. Stattdessen müssen die Spieler nun in provisorischen Duschcontainern mit angestaubten Duschmöglichkeiten und schmalen Sitzgelegenheiten auskommen.

Man kann sich bildlich vorstellen, wie die Mannschaften „staffelweise“ duschen müssen. Ein ziemlich unkomfortables Erlebnis, besonders wenn man bedenkt, dass manchmal der Strom ausfällt und die Duschmöglichkeiten ganz ausfallen. Da bleibt nur der Griff zu den zwei aufgestellten Dixie-Toiletten, die, ehrlich gesagt, oft mehr von Fremden als von den Vereinsmitgliedern genutzt werden und daher in einem erbärmlichen Zustand sind. Die Beschwerden der gegnerischen Teams über diese sanitären Missstände häufen sich.

Ein Blick auf die Herausforderungen

Die Situation wird noch komplizierter, wenn man bedenkt, dass die sanitären Anlagen im Fort Deckstein, die ebenfalls für den Spielbetrieb genutzt werden, seit Winter 2023 gesperrt sind. Ein Rohrbruch und Schimmelbildung haben auch hier für ein großes Chaos gesorgt. Spielerinnen und Spieler müssen seither im Freien umziehen, was nicht nur unpraktisch, sondern auch ziemlich unangenehm ist, gerade bei wechselhaftem Wetter. Der Sportliche Leiter Raffaelo Wolf hat seiner Frustration über die Umstände Luft gemacht. Die Rückrunde der letzten Saison musste ohne sanitäre Anlagen auskommen, was die Vorfreude auf die neue Saison stark dämpfte.

Die Stadt Köln hat zwar mobile Duschkabinen und zwei Dixi-Klos bereitgestellt, doch die mobilen Duschmöglichkeiten sind alles andere als ideal. Mit Platz für gerade mal zehn Personen sind sie eine Notlösung, die den Bedürfnissen eines großen Vereins wie Blau-Weiß nicht gerecht wird. Konkrete Pläne für eine umfassende Sanierung des Forts gibt es nicht, und die Stadt hat in der Vergangenheit gezeigt, dass Teilsanierungen oft nicht die erhofften dauerhaften Verbesserungen bringen.

Die Hoffnung auf Besserung

Ein Lichtblick könnte das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ sein, für das die Stadt Mittel beantragt hat. Doch hier bleibt Daniel Buß skeptisch. Ob und wann eine Generalsanierung des Fort VI stattfinden wird, steht in den Sternen. Ein verbindlicher Zeitplan fehlt, und die finanziellen Mittel für eine umfassende Planung sind ebenfalls nicht vorhanden. Es gibt zwar Überlegungen für einen Interimsbau in Holzmodulbauweise, aber auch hier gibt es planungsrechtliche Herausforderungen.

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Für die Stadt Köln ist klar, dass eine Gesamtsanierung des Forts notwendig ist, um dauerhafte Lösungen zu finden. Die nächsten Schritte werden entscheidend sein. In der Zwischenzeit müssen die Teams weiterhin in der provisorischen Situation zurechtkommen. Die sportliche Leidenschaft bleibt, aber die Rahmenbedingungen sind einfach nicht mehr tragbar. Vielleicht wird sich in den nächsten Jahren etwas tun. Bis dahin heißt es: Augen zu und durch – und das Beste aus der Lage machen.