Im Kölner Süden, wo der Rhein ruhig plätschert und die Sonne die Uferpromenade in ein goldenes Licht taucht, ist das Leben eigentlich wunderschön. Doch die Idylle trügt – immer mehr Verkehr auf Rad- und Fußwegen sorgt für erhöhte Unfallgefahr. Jüngst wurde ein Fußgänger im Forstbotanischen Garten bei einem Zusammenstoß mit einem Radfahrer schwer verletzt, der daraufhin einfach das Weite suchte. Auch in Zollstock blieb eine Radfahrerin nicht von einem E-Scooter-Fahrer verschont, der ebenfalls Fahrerflucht beging. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen; schließlich ist Fahrerflucht in Deutschland, egal ob auf Geh- oder Radwegen, eine Straftat nach § 142 StGB.
Der Radweg zwischen der Rodenkirchener Brücke und dem Godorfer Hafen ist ein beliebter Ort, besonders an sonnigen Wochenenden, wenn Tausende von Menschen dort flanieren, joggen oder radeln. Ute Schmidt, eine Anwohnerin, berichtet von rasenden Radfahrern und E-Bike-Fahrern, die oft rücksichtslos unterwegs sind und Fußgänger gefährden. Die Dimensionen sind alarmierend: Der Radweg ist auf vielen Abschnitten weniger als zwei Meter breit und wird von verschiedenen Gruppen – Fußgängern, Familien, Rollstuhlfahrern und Radfahrern – genutzt. Das führt nicht selten zu riskanten Überholmanövern und Konflikten.
Unfallstatistik und Handlungsdruck
Die Zahlen sprechen für sich. Seit 2021 wurden 15 Verkehrsunfälle mit Verletzten auf dem Rheinradweg registriert, wobei drei Fußgänger und 23 Fahrradfahrer betroffen waren. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn die Dunkelziffer könnte noch höher sein, da viele Unfälle nicht gemeldet werden. Die Politik hat den Handlungsdruck erkannt! Seit 2024 gibt es einen runden Tisch zum Thema Radverkehr im Kölner Süden. Die neue Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller von den Grünen hat bereits „Straßentattoos“ vorgeschlagen – Bodenmarkierungen zur besseren Orientierung.
Doch ob diese Maßnahmen ausreichen? Anwohner kritisieren sie als Symbolpolitik und fordern eine klare Trennung von Fuß- und Radverkehr. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schließt sich dieser Forderung an und setzt auf eine Trennung der Verkehrsarten, idealerweise durch Grünstreifen oder separate Wege. Früher gab es am Sürther Rheinufer sogar zwei parallele Wege für Fußgänger und Radfahrer, doch einer wurde im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen zurückgebaut. Das ist ziemlich frustrierend.
Die rechtliche Lage und Sicherheitsaspekte
Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind ebenfalls ein heißes Thema. In deutschen Städten konkurrieren Fußgänger:innen und Radfahrende um begrenzten Raum, was nicht nur zu Konflikten, sondern auch zu rechtlichen Problemen führt. Radfahren auf nicht freigegebenen Gehwegen ist verboten und kann mit Bußgeldern von bis zu 100 Euro geahndet werden, wenn es zu Unfallfolgen oder Sachbeschädigung kommt. Auf freigegebenen Gehwegen dürfen Radfahrer nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren, was für viele Radler nicht immer nachvollziehbar ist.
Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat kürzlich alarmierende Ergebnisse veröffentlicht: Im Jahr 2022 wurden über 720 Personen bei Kollisionen zwischen Radfahrern und Fußgängern schwer verletzt, darunter 13 tödlich. Besonders betroffen sind ältere Menschen, und in den meisten Fällen ist der Radfahrer der Unfallverursacher. Fast ein Viertel der Verursacher flieht vom Unfallort – einfach weg, als wäre nichts gewesen. Die Wahrscheinlichkeit von Unfällen steigt mit der Enge der Radwege; besonders ungünstig sind Zweirichtungsradwege, die oft zu einem wahren Slalomkurs für Radfahrer und Fußgänger werden.
Aufruf zur Achtsamkeit
In dieser angespannten Situation fordert UDV-Chef Siegfried Brockmann bessere Rücksichtnahme zwischen Radfahrern und Fußgängern, vor allem an Haltestellen. Das ist ein wichtiger Punkt, denn oft sind Sichtbehinderungen durch parkende Autos der Grund, warum Fußgänger unvermittelt auf Radwege treten. Radfahrer sollten den Passagieren das Ein- und Aussteigen ermöglichen – das ist einfach eine Frage der Höflichkeit. Und hey, eine gezielte Polizeiüberwachung in kritischen Bereichen könnte vielleicht auch nicht schaden, oder?
Die Stadt Köln hat bereits mit einer Kampagne unter dem Motto „Rücksicht schenkt Dir ein Lächeln“ begonnen, um mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr zu fördern. Doch ob das ausreicht? Viele Bürger sind skeptisch – und das zu Recht. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen bald aktiv werden und die Infrastruktur so gestalten, dass alle Verkehrsteilnehmer sicher und stressfrei unterwegs sein können.