In einer Welt, in der sich viele über den Stress des Alltags und die hohen Mietpreise beschweren, hat ein junger Mann aus Fockbek eine ganz eigene Lösung gefunden: Lasse Stolley, 19 Jahre alt, lebt im Zug. Ja, genau, im Zug! Er hat die Deutsche Bahn zu seinem Zuhause erklärt und sieht die Schienen nicht als Quelle der Frustration, sondern als sein ganz persönliches Reich. Der Gedanke, im ICE zu wohnen, mag für viele verrückt klingen, für Lasse ist es die Freiheit pur.

Seine Reise begann nach dem Abbruch seiner Ausbildung zum Programmierer im Jahr 2022. Inspiriert von einer Fernsehdokumentation kaufte er sich eine BahnCard 100, die ihm unbegrenzte Reisen ermöglicht – und damit auch die Freiheit, wo immer er möchte, zu schlafen. Die erste Reise mit seiner Mutter von Hamburg nach München war der Probelauf, der für ihn den Start in ein neues Leben markierte. Skepsis gab es anfangs von seinen Eltern, die sich jedoch schnell beruhigen ließen, nachdem alle rechtlichen Fragen geklärt waren.

Das Zugleben – Ein ganz normaler Alltag?

Das Leben im Zug ist alles andere als gewöhnlich, aber Lasse hat sich schnell an seinen neuen Lebensstil gewöhnt. Er übernachtet im Zug, wäscht seine Kleidung im Waschbecken und findet seine Hygienepause in Schwimmbädern entlang der Strecke. Das klingt nach einem Abenteuer, oder? Tatsächlich hat er durch diese Lebensweise nicht nur die Miete und die Nebenkosten einer festen Unterkunft eingespart, sondern auch jede Menge Abenteuer und Geschichten gesammelt.

Mit einer jährlichen Investition von etwa 6000 Euro für die BahnCard 100, die für Unter-26-Jährige gilt, ist er immer noch günstiger dran als mit den Kosten für eine Wohnung. Außerdem hat er eine Menge Zeit für sich selbst, um die Welt zu erkunden. Sein Lieblingsplatz im ICE 4 ist der Ruhebereich – er weiß, dass er dort meist nicht gestört wird. Und wenn man bedenkt, dass er täglich um die 1000 Kilometer durch Deutschland reist, hat er auch genug Zeit, um seine Gedanken zu sortieren und die Landschaft vorbeiziehen zu lassen.

Ein Leben voller Möglichkeiten

Im April 2025 startete Lasse beim privaten Bahnunternehmen TRI im Fahrgastservice und begann seine Lehre zum Zugführer, die er 2026 erfolgreich abschloss. So wird aus dem Zugpassagier ein aktiver Teil des Bahnlebens. Nebenbei dokumentiert er seine Erlebnisse in einem Blog, wo er seine Erfahrungen teilt – ein digitaler Nomade, der seine eigene Geschichte schreibt. Und während er im Zug lebt, blüht auch eine Beziehung auf: Seine Freundin lernte er in der DB-Lounge kennen. Trotz seltener Treffen funktioniert ihre Beziehung dank der modernen Kommunikation erstaunlich gut.

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Der Trend, in Transportmitteln zu leben, ist übrigens nicht neu. Es gibt zahlreiche Geschichten von Menschen, die in Flughäfen oder sogar auf Kreuzfahrtschiffen lebten. Anbieter wie Fabled Voyages bieten mittlerweile Wohnkreuzfahrten an, die feste Kabinen und sogar Haustiererlaubnis beinhalten. Und so wird Lasses Lebensstil nicht nur zu einem persönlichen Abenteuer, sondern reiht sich auch in eine größere Bewegung ein, die das traditionelle Wohnen hinterfragt.

Es bleibt spannend zu sehen, wohin Lasses Weg ihn führen wird. Vielleicht wird er eines Tages sogar von seinem Leben auf der Schiene leben können und Feedback an Verkehrsunternehmen geben, um das Reisen für andere zu verbessern. Bis dahin genießt er seine Zeit zwischen den Gleisen und die Freiheit, die das Leben im Zug mit sich bringt.