Am Samstagabend um 21.30 Uhr war es so weit: Oberbürgermeister Torsten Burmester stattete dem Kölnberg, dem ärmsten Viertel Kölns, einen Besuch ab. Begleitet von Polizeipräsident Johannes Herrmanns und einigen Polizisten, war der Ausflug vor allem darauf ausgerichtet, sich ein Bild von der Lage an schwierigen Orten zu machen. Man könnte sagen, es war eine Art Stadtteil-Tour, bei der Burmester und Herrmanns zuvor auch den Friesenplatz und den Rudolfplatz unter die Lupe nahmen. Ein bisschen wie ein Spaziergang durch die Stadt – nur mit einem ernsteren Hintergrund.

„Mach’s gut, wir sehen uns!“ – mit diesen Worten wollte Burmester den Mythos Kölnberg aufbrechen. Er plant, künftig öfter in Meschenich präsent zu sein. Die Anwohner hatten viele Anliegen, und das spürte man in der Luft. So äußerten sie den Wunsch nach einer besseren Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Es ist eine echte Herausforderung, wenn man bedenkt, dass eine Verlängerung der Stadtbahn Süd erst bis 2035 geplant ist. Manchmal kommt einem das wie eine Ewigkeit vor, wenn man auf den Bus wartet.

Interaktion mit den Bewohnern

Der Oberbürgermeister war nicht nur da, um zu reden. Nein, er wollte die Menschen kennenlernen, ihre Sorgen und Nöte hören. Während er sich mit den Bewohnern unterhielt, stellte er Fragen zu ihren Problemen und versprach, „Angsträume“ wie das stillgelegte Parkhaus zu beseitigen. Ein Anwohner sprach offen über die Probleme mit Ratten und Müll – und darüber, dass es einfach zu viele Menschen in der Gegend gibt. Ehrlich gesagt, das sind Themen, die in vielen Stadtteilen nicht so offen angesprochen werden, aber hier, hier war es anders.

Besonders berührend war die Geschichte eines Anwohners aus Rumänien, der seine Unzufriedenheit über die Lebensbedingungen und die Vernachlässigung durch den Hauseigentümer äußerte. Das sind die Geschichten, die unter die Haut gehen. Burmester hörte aufmerksam zu und sammelte Wünsche der Bewohner, wie Sitzbänke oder eine Basketballanlage – kleine Dinge, die aber das Leben im Viertel ein Stück lebenswerter machen könnten.

Die Herausforderungen im Kölnberg

Polizeipräsident Herrmanns bemerkte, dass die Herausforderungen im Kölnberg geblieben seien. Man könnte sagen, die Straßenkriminalität sei zurückgegangen, aber dafür gibt es nun mehr Ordnungswidrigkeiten wie Vermüllung und Betrugsfälle. In einem Stadtteil, der sowieso schon mit vielen Problemen kämpft, ist das fast schon ein bisschen ironisch.

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Burmester betonte, dass in Vierteln mit hohem Sozialindex wie dem Kölnberg keine Einsparungen bei Hilfen für Bedürftige vorgenommen werden sollten. Das ist wichtig, denn gerade hier sind die Menschen auf Unterstützung angewiesen. Und während er die Möglichkeit ansprach, Hochhaussiedlungen wie den Kölnberg in Zukunft abzureißen, blieb er vage mit einer zeitlichen Einschätzung. Vielleicht ist es gerade das, was die Menschen am meisten beschäftigt: die Unsicherheit über ihre Wohnverhältnisse und die Zukunft ihres Viertels.

Soziale Ungleichheit in der Stadt

Das Thema soziale Ungleichheit ist nicht nur ein Schlagwort. Es prägt die Lebens- und Handlungsbedingungen in vielen Städten. Die Ungleichverteilung von Ressourcen führt zu unterschiedlichen sozialen Lagen, beeinflusst die Lebensstandards, die politische Teilhabe und sogar die Bildungschancen. Und im Kölnberg wird dies besonders deutlich. Während einige Stadtteile aufblühen, kämpfen andere mit den Folgen von Armut und sozialer Segregation.

Armutsgebiete nehmen in vielen Städten zu, während in anderen Stadtteilen die Armutsquoten sinken. Die städtischen Wohnverhältnisse reproduzieren soziale Ungleichheit. Und das ist ein Thema, das nicht nur die Stadtpolitik betrifft, sondern uns alle. Es braucht Maßnahmen, um die Wohnverhältnisse und die soziale Lage zu entkoppeln. Nur so kann man die Herausforderungen, die der Kölnberg mit sich bringt, wirklich angehen.