In Rodenkirchen gibt es eine ganz besondere Kölnerin, die sich dem Thema Abschied auf eine unkonventionelle Art und Weise widmet. Candida Stapf hat es sich zur Aufgabe gemacht, individuelle Urnen zu gestalten, die mehr sind als nur Aufbewahrungsorte für die Asche Verstorbener. Sie nennt ihre Kreationen „petite maison“, was so viel bedeutet wie kleines Haus – und genau das ist es auch: der letzte, persönliche Rückzugsort, der die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegelt. Die Idee dafür kam ihr 2009 bei der Beerdigung ihrer Großmutter, einer Schauspielerin und Synchronsprecherin. Die schlichte, unscheinbare Urne ihrer Großmutter hat sie tief enttäuscht. „Warum sollte man den Charakter eines Menschen in einer so unpersönlichen Urne verstecken?“, dachte sie sich damals.
Seitdem hat Stapf viel Zeit im Bestattungswesen verbracht, das sie seit zwei Jahren intensiv erkundet. Ihre Urnen sind nicht nur ein Ausdruck von Liebe und Respekt, sie sind auch umweltfreundlich. Sie fertigt kompostierbare Urnen an, die sich hervorragend für Baumbestattungen eignen. Diese Verbindung zur Natur ist ihr wichtig, denn sie glaubt, dass Bestattungen auch einen Beitrag zur Umwelt leisten sollten. Mit der Herstellung einer Urne benötigt sie etwa eine Woche, und der Preis liegt bei 250 Euro. Ihre Designs sind leicht, aus Papier gefertigt und mit viel Liebe zum Detail personalisierbar – jeder Mensch ist schließlich einzigartig, und das sollte auch in der letzten Ruhestätte sichtbar sein.
Ein Gespräch über Abschied
Ein weiterer Aspekt von Candida Stapfs Arbeit ist die offene Kommunikation über Bestattungswünsche. Sie ermutigt Menschen, ihre Vorstellungen zu Lebzeiten zu formulieren. „Das ist das einzige, was man wirklich planen kann“, sagt sie, und das hat etwas Wahres. Viele Menschen scheuen sich, über den eigenen Abschied nachzudenken, dabei ist es ein Teil des Lebens. In ihren Beratungen, die auch telefonisch unter 0172 7411082 vereinbart werden können, gibt sie Raum für Wünsche und Vorstellungen – von der Gestaltung der Trauerfeier bis hin zu den Details der Urne.
Die Entwicklung in der Bestattungskultur hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Wende genommen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für persönliche Abschiede, die ihre Individualität widerspiegeln. Traditionelle Rituale weichen kreativen und maßgeschneiderten Lösungen. Diese Veränderungen sind nicht nur eine Frage des Geschmacks, sie spiegeln auch gesellschaftliche Veränderungen, technologische Entwicklungen und ein wachsendes Umweltbewusstsein wider. Bestattungen finden zunehmend in Friedwäldern oder mit biologisch abbaubaren Urnen statt, denn der Trend geht klar in Richtung Nachhaltigkeit.
Die Zukunft des Abschieds
Die Digitalisierung hat ebenfalls ihren Platz in der Trauerkultur gefunden. Online-Gedenkseiten und Livestreams von Trauerfeiern werden immer gängiger. Das lässt sich gut mit den unkonventionellen Bestattungsformen kombinieren, die an Beliebtheit gewinnen. Ob Diamantbestattungen oder Tree of Life-Rituale – die Optionen sind vielfältig und ermöglichen es, Abschied ganz individuell zu gestalten. Auch die kulturelle Vielfalt in Deutschland trägt dazu bei, dass es ein breiteres Angebot an Bestattungsritualen gibt. Multikulturelle Friedhöfe und spezialisierte Bestattungsunternehmen sind auf dem Vormarsch, um den unterschiedlichen Gemeinschaften gerecht zu werden.
Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Bestattungskultur weiterentwickelt und immer mehr Platz für Kreativität und Individualität schafft. Candida Stapf ist mit ihren persönlichen Urnen Teil dieser Bewegung und bietet einen Raum, in dem Trauer und Liebe in einzigartiger Weise zusammenfinden können.