Am Samstag, den 30. Mai, wird das Südstadion in Köln zum Schauplatz eines ganz besonderen Ereignisses: Ein inklusives Fußballturnier, das die Herzen höher schlagen lässt und die Vielfalt des Sports feiert. Gökhan Erdek, der seit fast zehn Jahren die Inklusionsmannschaft des FC Germania Zündorf trainiert, hat mit seinem Team Großes auf die Beine gestellt. Über 55 Teams aus sechs verschiedenen Nationen – darunter Spieler aus Belgien, Luxemburg, der Schweiz, Polen und der Türkei – werden sich den Ball zuspielen. Die Altersspanne der Teilnehmer reicht dabei von 7 bis 76 Jahren. Wer hätte gedacht, dass das Kicken so altersübergreifend sein kann?
Besonders bemerkenswert ist das Ziel dieses Turniers: Es soll auf das Thema Inklusion aufmerksam gemacht werden und Berührungspunkte schaffen. Erdek selbst macht sich stark für die Sache und kritisiert die mangelnde Verfügbarkeit von Sportangeboten für Menschen mit Behinderung in Deutschland. In Köln gibt es aktuell nur etwa sieben Vereine, die Inklusionsmannschaften anbieten. Das ist doch wirklich wenig, oder? Das Inklusionsturnier wird von dem Verein ZosammeLevve organisiert, mit tatkräftiger Unterstützung von Germania Zündorf. Die Planung begann bereits vor einem Jahr – Genehmigungen, Kontakte zu anderen Teams, organisatorische Aufgaben – man kann sich vorstellen, wie viel Arbeit darin steckt!
Ein Fest für alle Sinne
Wer denkt, dass es bei einem Fußballturnier nur um den Sport geht, der wird am 30. Mai eines Besseren belehrt. Das Event hat einen ganz besonderen Charakter. Live-Musik von den Funky Marys, dem Männerchor „Laut aber schief“ und den Räubern wird für eine ausgelassene Stimmung sorgen. Die Atmosphäre wird sicher einzigartig sein, mit dem Geruch von frisch gebratenem Essen in der Luft und lauten Jubelrufen der Zuschauer. Und das Beste: Der Eintritt ist frei! Ein Grund mehr, sich auf den Weg ins Südstadion zu machen.
Inklusion im Sport – eine große Herausforderung
Die Bedeutung von Sport für die Förderung von Akzeptanz und Toleranz wird oft unterschätzt. Gemeinsame Aktivitäten helfen, Vorurteile abzubauen und Berührungsängste zu überwinden. Sport vermittelt zudem Fähigkeiten, die auch in anderen Lebensbereichen nützlich sind. Doch trotz der positiven Entwicklungen in der Wahrnehmung des inklusiven Sports bleibt Deutschland eine Herausforderung. Der Organisationsgrad von Menschen mit Behinderung im Sport liegt unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Nur etwa 35% der Sportvereine arbeiten inklusiv. Das ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass viele Menschen mit Behinderung – 55% – keinen Sport treiben, während es bei Menschen ohne Behinderung nur 28% sind. Es sind oft fehlende Angebote und mangelhafte Zugänglichkeit, die den Weg zum Sport versperren.
Die UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 ist zwar ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, doch die Realität sieht oft anders aus. Der Bedarf an barrierefreien Sportstätten ist enorm. Schätzungen gehen von einem Sanierungsbedarf von etwa 31 Milliarden Euro für Sportstätten in Deutschland aus. Da bleibt der Wunsch nach einem Bundesförderprogramm für die Sport-Infrastruktur nur zu verständlich. Doch an diesem Samstag wird gezeigt, dass es auch anders geht. Das inklusives Fußballturnier im Südstadion ist ein Schritt, um die Strukturen für Menschen mit Behinderung zu verbessern und ein Zeichen für die Zukunft zu setzen.
Lasst uns am 30. Mai gemeinsam feiern, spielen und vor allem: Inklusion leben!