Sommerliche Baustellen-Chaos: Kölns Nahverkehr unter Druck
Die Sommerzeit in Köln bringt nicht nur Sonne und gute Laune, sondern auch eine ganze Reihe von Baumaßnahmen, die den öffentlichen Nahverkehr auf eine harte Probe stellen. Ab dem 29. Juni bis zum 2. September wird die Deutzer Brücke zur Baustelle – und das hat gravierende Folgen für die Fahrgäste der KVB. Die Stadtbahnlinien 1, 7 und 9 dürfen die Brücke in dieser Zeit nicht befahren. Bezirksbürgermeister Lutz Tempel hat bereits seinen Unmut über die späte Informationsweitergabe geäußert. Einmal mehr ist es der öffentliche Verkehr, der unter den Baustellen leidet, und das gerade in den Sommerferien.
Für die Linie 7, die von Porz nach Köln verkehrt, endet die Reise vor der Haltestelle „Deutzer Freiheit“. Zwischen dem 20. Juli und dem 1. September wird die Linie 7 gar nicht fahren. Stattdessen wird der Ersatzbus 107 eingesetzt – eine Umstellung, die viele Fahrgäste frustrieren dürfte. Besonders ärgerlich ist die Situation, weil die KVB angibt, dass die Stadtbahnen während der Sperrung keinen Betriebshof oder Werkstatt erreichen können. Das bedeutet, dass während dieser Zeit im Inselbetrieb nur eine Verbindung zwischen „Zündorf“ und „Deutzer Freiheit“ möglich ist. Wenn man bedenkt, dass die Fahrzeiten der Ersatzbusse im Vergleich zu den gewohnten Stadtbahnen deutlich länger sind – von Neumarkt nach Zündorf braucht ein Bus etwa 47 Minuten, während die Stadtbahn nur 29 Minuten für die gleiche Strecke benötigt – wird schnell klar, dass hier ein erheblicher Zeitverlust auf die Fahrgäste zukommt.
Baustellen als Dauerbrenner
Die Baustelle selbst ist in drei Phasen unterteilt. In der ersten Phase, die bis zum 13. Juli dauert, fahren die Linien 1 und 9 nicht zwischen Heumarkt und Bahnhof Deutz/Messe. Die Linie 7 hat ihre Unterbrechungen auch in dieser ersten Phase, was die ganze Sache nicht einfacher macht. Ab dem 13. Juli wird die Rheinquerung weiterhin unterbrochen, und es wird ein Ersatzbusverkehr für die Linie 1 zwischen Bensberg und Merheim eingerichtet. Für die Linie 7 wird die Situation ab dem 20. Juli noch herausfordernder, da dann der Ersatzbusverkehr mit der Linie 107 startet. Die dritte Phase, die bis zum 2. September dauert, bringt dann nochmals Änderungen mit sich. Die Fahrpläne sind im Umbruch und Fahrgäste müssen aufpassen, dass sie nicht im falschen Bus sitzen.
Besonders knifflig wird es am Wochenende des Christopher Street Day (3. – 5. Juli), wenn die Stadt in Feierlaune ist und gleichzeitig die Busse mit Einschränkungen kämpfen müssen. Am 10. und 11. Juli stehen zudem Konzerte im RheinEnergieSTADION an, wo bis zu 50.000 Besucher erwartet werden. Das wird sicher eine logistische Herausforderung für die KVB. Immerhin, die KVB plant, den Stadtbahnbetrieb in dieser Zeit zu verstärken, um den Ansturm zu bewältigen.
Baustellen überall in Köln
Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Köln hat gegenwärtig mit zahlreichen Baustellen zu kämpfen, die das Vorankommen mit Auto, Fahrrad oder zu Fuß erschweren. In Riehl beispielsweise gibt es Umwege wegen einer ausgefallenen Ampelanlage, und die Reparaturzeit ist ungewiss. Auf der Friedrich-Karl-Straße werden Arbeiten an Versorgungsleitungen bis zum 19. September 2025 durchgeführt. Die Sanierung der Hochwasserschutzeinrichtungen am Rheinufertunnel ist ein weiteres Beispiel, das bis 2025 andauern wird.
Die Stadt hat sich fest vorgenommen, die Infrastruktur zu verbessern, aber das bringt auch viele Unannehmlichkeiten mit sich. Ob es nun die Umgestaltung des Einmündungsbereichs Escher Straße/Am Bilderstöckchen ist oder der barrierefreie Umbau der KVB-Haltestelle Ollenhauerring – Baustellen sind zurzeit einfach omnipräsent.
Die Kölner Bürger sind aufgefordert, sich über aktuelle Verbindungen zu informieren und Geduld mitzubringen. Die nächsten Wochen werden herausfordernd, aber vielleicht gibt es am Ende doch einen Silberstreifen am Horizont in Form eines verbesserten Nahverkehrs.
