Am 18.04.2026 fand ein bemerkenswerter Austausch in Poll statt: Erstmals besuchte der amtierende Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester ein Treffen der „Vernetzten Gemeinschaft der Bürgervereine aus Porz und Poll sowie der Förderkreis rechtsrheinisches Köln“. Begleitet wurde er von seinem persönlichen Referenten Simon Bujanowski, Thomas Frenzke, Leiter des Ordnungsdienstes, und Jana Nicolas von den Abfallwirtschaftsbetrieben. Diese Zusammenkunft war ein bedeutender Meilenstein in der zehnjährigen Geschichte des Netzwerks, wie Simin Fakhim, die Sprecherin der Vernetzung, betonte.
Im Mittelpunkt des Treffens standen zentrale Anliegen, die die Bürgervereine in einem umfassenden Dossier präsentierten. Besonders wichtig war der Vorschlag für eine feste Anlaufstelle in der Stadtverwaltung, um Bürgervereine besser zu unterstützen. Eine solche Anlaufstelle könnte die Klärung von Zuständigkeiten erheblich beschleunigen und die oft langen Wege durch verschiedene Ämter vermeiden. Die Themen Stadtsauberkeit und Verkehrssicherheit wurden dabei ausführlich erörtert, insbesondere die unklaren Zuständigkeiten bei der Anliegerreinigung rund um städtische Schulgrundstücke.
Forderungen und Lösungen
Die Vertreter der Bürgervereine wiesen auf Gefahren für Fußgänger hin, die durch mangelnde Reinigungsarbeiten in den Straßen entstehen. Burmester stellte außerdem ein neues Modell moderner Abfallbehälter mit innovativer Entleerungstechnik vor, das in Porz und Poll getestet werden soll. Hans Baedorf, Sprecher der Vernetzung, äußerte zudem seine Kritik an der Verkehrssituation bei kurzfristigen Straßensperrungen und forderte klare Umleitungskonzepte. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere die Verlängerung der Linie 7, wurde ebenfalls thematisiert, wobei Baedorf vor einer Koppelung an Wohnbebauung warnte.
Die Bürgervereine fordern eine aktivere Mitgestaltung ihrer Stadtteile, sei es bei Baumnachpflanzungen oder der Gestaltung von Marktplätzen. Fakhim und Baedorf unterstrichen, dass die Vereine nicht länger als Bittsteller auftreten möchten, sondern als Partner mit lokalem Fachwissen. Burmester sicherte zu, die Anliegen an die zuständigen Fachämter weiterzugeben, was den Anwesenden Hoffnung auf eine positive Entwicklung gab.
Bürgerbeteiligung im Fokus
Die Diskussion in Poll spiegelt einen allgemeinen Trend wider, den auch die Bertelsmann Stiftung in einer aktuellen Publikation aufzeigt. Immer mehr Stadt- und Gemeinderäte verankern Bürgerbeteiligung systematisch in ihren Kommunen. Verlässliche Regeln für das Zusammenspiel zwischen Rat, Verwaltung und Bürgern werden geschaffen, und verschiedene Instrumente zur Verankerung von Bürgerbeteiligung werden vorgestellt. Eine zentrale Koordinierungsstelle könnte dazu beitragen, Bürgerbeteiligung zu institutionalisieren und einen Wissenspool aufzubauen.
Insgesamt zeigt das Treffen in Poll, wie wichtig der Dialog zwischen Bürgern und Verwaltung ist. Durch die gezielte Einbindung der Bürgervereine können nicht nur Probleme schneller angegangen, sondern auch innovative Lösungen gefunden werden. Der Weg zu einer stärkeren Bürgerbeteiligung ist geebnet, und die Bürgervereine sind bereit, ihre Rolle als aktive Mitgestalter ihrer Stadtteile einzunehmen.