Glaszauber und Technikfest: Ein Blick hinter die Kulissen der Kölner Glasfabrik
In der Glasfabrik in Köln-Porz wird seit über 125 Jahren eine echte Kunst betrieben – die Herstellung von Glas! Quarzsand, Dolomit, Soda, Kalk und andere Zuschläge verwandeln sich hier in wunderschöne Flachglasprodukte. Zugehörig zum französischen Saint-Gobain-Konzern, sorgt die Fabrik dafür, dass täglich etwa 800 Tonnen dieses schimmernden Materials im Floatglasverfahren produziert werden. Über 250 Mitarbeiter geben ihr Bestes, um die vollautomatische Anlage am Laufen zu halten, die beeindruckende 550 Meter lang ist. Wusstet ihr, dass die Glasschmelze auf ein Bad aus flüssigem Zinn geleitet wird? Das macht die Glasoberfläche so schön plan und glatt. Einfach faszinierend!
Am 3. Juli wird die Glasfabrik ihre Türen für die 10. Nacht der Technik öffnen und den Besuchern spannende Einblicke in die Welt der Hightech-Firmen bieten. Über 50 Betriebe, Forschungseinrichtungen und Hochschulen in Köln und Bergisch Gladbach präsentieren ihre Technologien und Produktionsprozesse. Leybold zeigt beispielsweise, wie Vakuumpumpen produziert werden, während Atlas Copco Energas Kompressoren und Expansionsturbinen vorstellt. Und wenn ihr euch für die Zukunft der Automatisierungstechnik interessiert, dann dürft ihr Igus nicht verpassen, die den Einsatz von KI und Robotern demonstrieren. Bei Toyota Racing gibt’s Einblicke in die Werkstatt und die Montage von Hochleistungsmotoren. Ein echtes Technikfest!
Ein Blick hinter die Kulissen der Glasproduktion
Die Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH, die hier in Köln-Porz beheimatet ist, hat eine beeindruckende Geschichte. Der Konzern wurde bereits 1665 gegründet und stattete sogar den Spiegelsaal im Schloss Versailles aus! Hier in Köln-Porz wurde 1966 die erste Floatglas-Anlage in Betrieb genommen. Heute, ein paar Jahrzehnte später, sind es über 500 Mitarbeiter, die an zwei Standorten, Köln-Porz und Torgau, jeden Tag mehr als 800 Tonnen Glas produzieren. Dabei werden Multifunktionsgläser für den Hochbaumarkt hergestellt, die nicht nur Wärmedämmung und Sonnenschutz bieten, sondern auch die Sicherheit erhöhen.
Die Glasfabrik hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Produktion nachhaltiger zu gestalten. Ende Mai 2024 wird die Schmelzwanne nach einer Kaltreparatur wieder in Betrieb genommen. Ziel ist es, die Emissionen erheblich zu reduzieren und die Glasproduktion nachhaltig weiterzuentwickeln. Den Besuchern der Nacht der Technik wird die Glasherstellung hautnah demonstriert – vom Schmelzen über das Formen bis hin zum Verarbeiten. In der „SAINTGOBAIN Glasschule“ können Interessierte handwerkliche Herausforderungen selbst ausprobieren und lernen.
Technik und Nachhaltigkeit im Einklang
Die Glasindustrie gehört zu den energieintensivsten Branchen in Deutschland. Besonders beim Schmelzprozess, der Temperaturen bis zu 1.560 Grad Celsius erfordert, wird eine Menge Energie verbraucht. Aktuell wird die Anlage in Herzogenrath mit fossilen Brennstoffen betrieben, was jährlich rund 100.000 Tonnen CO₂-Emissionen verursacht. Doch das soll sich bald ändern! Im Rahmen des Projekts „Erste Grüne Float“ wird getestet, wie Wasserstoff in der großtechnischen Glasschmelze eingesetzt werden kann. Langfristig ist eine CO₂-neutrale Hybridwanne geplant, die die Treibhausgasemissionen um bis zu 70% reduzieren könnte. Das entspricht einer Einsparung von etwa 70.000 Tonnen CO₂ pro Jahr – einfach beeindruckend, oder?
Die Nacht der Technik ist also nicht nur eine Gelegenheit, Technik hautnah zu erleben und spannende Einblicke in innovative Produktionsprozesse zu gewinnen, sondern auch ein Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft. Wer sich für Technik begeistert oder einfach nur neugierig ist, sollte sich die Veranstaltung auf keinen Fall entgehen lassen. Tickets kosten 12 Euro, ermäßigt 6 Euro, und Schüler sowie Studierende können sogar kostenlos teilnehmen. Zudem gibt es kostenlose Shuttlebusse zu den teilnehmenden Unternehmen. Also, nichts wie hin!
