Neuanfang an der Geranienstraße: Elsdorf plant endlich die Wende
In Elsdorf, genauer gesagt an der Geranienstraße, sind die Anwohner schon seit einem halben Jahrhundert auf der Suche nach einer asphaltierten Straße. Man könnte sagen, die Geduld der Bürger wurde auf eine harte Probe gestellt. Die Stadtverwaltung hat nun einen Plan aus dem Hut gezaubert, der ein neues Wohngebiet nördlich der Geranienstraße vorsieht. Ganz klar, hier wird nicht nur geredet, sondern auch gehandelt!
Der Bauausschuss hat die Verwaltung beauftragt, die Planung frühzeitig mit den zuständigen Behörden und anderen Trägern öffentlicher Belange zu besprechen. Das Stadtplanungsbüro BKR hat gleich zwei Varianten für die 4,2 Hektar große Ackerfläche erarbeitet. Beide Konzepte beinhalten nicht nur einen Spielplatz und ein Regenrückhaltebecken, sondern auch zwei Parzellenstreifen als Ausgleichsflächen. Und es sollen zwischen 56 und 66 Eigenheime entstehen – vom freistehenden Haus bis hin zu Doppel- und Reihenhäusern. So kann die Entwicklung abschnittweise erfolgen, was für die Anwohner eine gewisse Planungssicherheit mit sich bringt.
Die Herausforderung der Vergangenheit
Die Geschichte der Geranienstraße ist eine Geschichte voller Rückschläge. Die Südseite der Straße wurde in den 1970er-Jahren provisorisch bebaut, während die Nordseite unbebaut blieb. Vor 20 Jahren wurde ein Bebauungsplan aufgestellt, der jedoch nicht weiter verfolgt wurde. 2010 scheiterte die Asphaltierung, die für 2013 angekündigt war, und auch ein Enteignungsverfahren für einen Streifen an der Nordseite wurde 2014 beschlossen, jedoch wieder ausgesetzt. Immer wieder kam die Entwicklung ins Stocken – ein trauriges Schauspiel, das die Anwohner frustriert zurücklässt. Laut Stadtrat gilt die Geranienstraße bereits seit über zehn Jahren als die schlechteste Straße der Stadt. Na, wenn das nicht nach einer dringenden Lösung schreit!
Doch was genau regelt ein Bebauungsplan eigentlich? Gemeinden sind laut Baugesetzbuch (BauGB) verpflichtet, solche Pläne aufzustellen. Es gibt verschiedene Arten von Bebauungsplänen: Der Flächennutzungsplan gibt einen Überblick über das gesamte Gemeindegebiet, während der Bebauungsplan verbindliche Festsetzungen für bestimmte Bereiche enthält. Hier wird genau geregelt, was gebaut werden darf, wo Grünflächen entstehen und wie Verkehrsflächen gestaltet werden. Ein qualifizierter Bebauungsplan zum Beispiel ist richtig detailliert und ermöglicht Bauvorhaben, wenn sie den Festsetzungen nicht widersprechen.
Auf dem Weg in die Zukunft
Die neue Planung könnte also nicht nur die Lebensqualität der Anwohner erhöhen, sondern auch dringend benötigten Wohnraum schaffen. Die Möglichkeit, dass eine der Varianten Platz für eine Kita vorsieht, könnte für Familien in der Umgebung ein zusätzliches Plus darstellen, auch wenn der Bedarf noch unklar ist. Das alles zeigt, dass die Stadtverwaltung in Elsdorf endlich bereit ist, den langen Stillstand zu beenden. Und das ist mehr als nur ein Hoffnungsschimmer für die Anwohner, die seit Jahrzehnten auf Veränderung warten.
Ab 2024 stehen zudem einige Änderungen im Baugesetzbuch an, die eventuell auch Einfluss auf die weiteren Planungen haben könnten. Mit der Einführung von Verfahrenserleichterungen und der „Reparaturvorschrift“ könnte es für die Stadt Elsdorf einfacher werden, die geplanten Vorhaben in die Tat umzusetzen. Es bleibt also spannend, wie sich die Situation an der Geranienstraße entwickeln wird. Die Anwohner haben es sich verdient, endlich auf einer anständigen Straße zu wohnen – und vielleicht sogar bald in einem neuen Zuhause.
