Der Sommer hat sich in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr von seiner heißesten Seite gezeigt. Und ganz im Zeichen der Hitzewelle hat sich Franziska Brantner, Co-Chefin der Grünen, auf ihre Sommertour begeben. Es war ein bunter Mix aus Gesprächen und Begegnungen, bis ein Böschungsbrand auf der A4 die Reise abrupt unterbrach. Stau? Kein Problem für Brantner! Sie schnappte sich ihre Handtasche, verwandelte sie kurzerhand in einen Rucksack und machte sich zu Fuß auf den Weg. Irgendwie auch charmant, oder?

Die Tour fand nicht nur am Ende der Rekordhitze statt, sondern war auch geprägt von Brantners klaren Ansichten. Während sie mit Unternehmensvertretern sprach – darunter der CEO der Gea Group, Stefan Klebert, der ambitionierte Pläne bis 2040 zur Netto-Null-Emission hat – machte sie deutlich, wie sehr sie die aktuelle Bundesregierung kritisiert. Vor allem die Wirtschaftspolitik, die ihrer Meinung nach Innovationen ausbremst, bekam ihr Fett weg. „Wir müssen die Dekarbonisierung endlich ernst nehmen!“, rief sie aus und sprach von den Herausforderungen, vor denen die Unternehmen stehen.

Ein Blick in die Zukunft

Ein junger Gründer berichtete Brantner von seinen Schwierigkeiten, innovative Lösungen in Deutschland zu realisieren. Bürokratie und ein mangelndes Verständnis für erneuerbare Energien machen es ihm schwer, seine Ideen umzusetzen. Hier ist die Politik gefordert, denn wie Brantner anmerkte, kommen besonders Start-ups und innovative Mittelständler nicht recht voran. Die Unzufriedenheit über den langsamen Netzausbau und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war deutlich spürbar. „Das geht so nicht weiter!“, könnte man sagen, wenn man die Gesichter der Unternehmer gesehen hätte.

Doch Brantner ist nicht nur im politischen Sinne aktiv. Sie hat auch das „Männer-Manifest“ der Grünen unterschrieben, um ein vielfältiges Rollenbild für Männer zu fördern. „Wir dürfen junge Männer nicht rechtsextremen Strömungen überlassen!“, betont sie. Ein starkes Statement, das zeigt, dass ihr die gesellschaftliche Entwicklung ebenso am Herzen liegt wie die ökologische. Übrigens, während ihrer Tour war sie gezwungen, auch mal auf ein Taxi zurückzugreifen, um zu einem S-Bahnhof zu gelangen – logistische Umstellungen gehören dazu.

Die Herausforderungen der Industrie

Die Herausforderungen, die Brantner anspricht, sind nicht nur politischer Natur. Emissionen von Treibhausgasen (THG) in der Industrie sind ein vielschichtiges Thema. Sie unterteilen sich in direkte energiebedingte, indirekte energiebedingte und direkte prozessbedingte THG-Emissionen. Jeder dieser Aspekte erfordert unterschiedliche Minderungstrategien. Von der Steigerung der Energieeffizienz bis hin zur Verwendung erneuerbarer Energien – da ist noch viel zu tun.

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Besonders in der Industrie besteht ein hoher Handlungsbedarf, um die Treibhausgas-Minderungsbeiträge der Bundesregierung zu erreichen. Kurz- bis mittelfristig können nennenswerte Beiträge zur Dekarbonisierung durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz realisiert werden. Langfristig gesehen sind die Umstellung auf regenerative Energieträger und Prozessumstellungen unerlässlich. Die Industrie braucht dafür verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie ihren Beitrag leisten kann. Brantners Worte hallen hier nach: „Wir brauchen Innovation und Mut!“

Und so bleibt die Frage, ob die Politik bereit ist, diese Herausforderungen anzunehmen und die Rahmenbedingungen zu schaffen, die notwendig sind, um die Industrie in eine nachhaltige Zukunft zu führen. So viel ist sicher: Der Weg zur Dekarbonisierung ist steinig, aber nicht unpassierbar. Irgendwie muss es weitergehen.