Heute, am 5. Mai 2026, hat die Kapitelsmesse im Kölner Dom eine besondere Note erhalten. Domkapitular Markus Hofmann hielt eine bewegende Predigt, die nicht nur die Anwesenden berührt, sondern auch die tiefen Wurzeln der Kirche und ihren unaufhörlichen Wachstum durch den Heiligen Geist thematisierte. Herrlich, oder? In seiner Ansprache ging er auf die historisch-geografischen Aspekte der Lesung über Paulus ein und ließ dabei kein Auge trocken. Besonders erwähnenswert ist der Tagesheilige Godehard, der um 960 in Niederbayern das Licht der Welt erblickte.
Godehard erhielt seine Ausbildung in der Klosterschule von Niederalteich – ein Ort, der sich als Wiege für viele bedeutende Persönlichkeiten der Kirche entpuppte. Mit 30 Jahren trat er als Mönch ein und schloss sich der Reformbewegung des Benediktinerordens an. Diese Bewegung war nicht einfach nur ein Trend, sondern ein aufrüttelnder Aufruf zur Rückkehr zu Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Ab 1022 wurde er dann Bischof von Hildesheim, wo er mehr als 30 Kirchen errichten ließ und Hospize für die Bedürftigen ins Leben rief. Godehard war ein echter Vorreiter, der dafür sorgte, dass Kinder zur Schule gingen und der Klerus sich ständig weiterbildete. Sein Leben war ein Paradebeispiel dafür, dass wahre Hingabe und Liebe zu Gott und seinen Mitmenschen alles verändern können.
Ein Leben für die Gemeinschaft
Wusstet ihr, dass Godehard nicht nur in seiner Zeit, sondern auch weit darüber hinaus verehrt wird? Hermann der Lahme, ein Benediktiner-Mönch aus Reichenau, war der erste, der von der regionalen Gotthard-Verehrung berichtete. Diese Verehrung führte 1061 zur Heiligsprechung Godehards im Zusammenhang mit der Weihe des erneuerten Doms zu Hildesheim. 1131 wurde er dann von Papst Innozenz II. als erster Altbayer heiliggesprochen. Das zeigt schon, wie stark sein Einfluss war! Die St.-Godehards-Basilika in Hildesheim wurde zu seinen Ehren errichtet und zieht heute noch zahlreiche Gläubige an.
In der Domkrypta von Hildesheim wird sein Reliquien-Schrein verehrt – ein Ort, an dem man spürt, wie tief verwurzelt Godehard in der Geschichte ist. In Niederalteich gibt es sogar den Gotthard-Altar in der Pfarr- und Abteikirche St. Mauritius, der seinen Namen trägt. Und das ist noch nicht alles: Die Abtei Niederaltaich bewahrt Paramente, die Godehard selbst genutzt hat, wie die Gotthard-Kasel und seinen Abtstab. Man könnte fast sagen, die Geschichte lebt hier weiter!
Ein Erbe, das über Jahrhunderte Bestand hat
Die Verehrung Godehards erstreckt sich über zahlreiche Regionen Europas. Er ist nicht nur der Patron des Bistums Hildesheim, sondern auch der Stadt Gotha, die ihn stolz in ihrem Wappen trägt. Komischerweise erzählt man sich, dass Godehard als Abt des Klosters Hersfeld die erste Stadtmauer in Gotha errichten ließ und die Stadtkirche St. Margarethen erbauen konnte. Da wird einem erst richtig klar, wie lebendig der Kult um ihn ist! Jedes Jahr am ersten Maiwochenende feiert Gotha das Gothardusfest zu Ehren ihres Schutzpatrons – eine Tradition, die nicht in Vergessenheit gerät.
Die Legenden um Godehard sind vielfältig. Man sagt, er habe Verstorbene für kurze Zeit ins Leben zurückgerufen – was für ein spannendes Bild! Oft wird er als Bischof mit einem Kirchenmodell dargestellt, dazu mit glühenden Kohlen im Mantel. Diese Darstellung fußt auf einer Legende, die besagt, dass sein Gewand unversehrt blieb, während er die Kohlen trug. Ein bisschen wie ein Zauberer, oder?
Godehard bleibt ein faszinierendes Beispiel für menschliche Hingabe und den unaufhörlichen Fluss des Glaubens. Auch wenn der Alltag oft hektisch ist, können wir von seiner Lebensweise lernen. Diese Verbindung zu Gott und die Hingabe an die Gemeinschaft – das sind Dinge, die auch im 21. Jahrhundert Bestand haben. Und so schließt sich der Kreis im Kölner Dom, wo Hofmanns Predigt uns alle daran erinnert, dass jeder von uns eine Berufung hat, die über sein eigenes Leben hinausreicht.