Der 1. Mai ist in Köln nicht nur ein Feiertag, sondern auch ein Tag voller Tradition und Romantik. An diesem besonderen Datum stellen verliebte Männer ihren Angebeteten einen Maibaum vor die Tür oder ans Fenster – ein Brauch, der tief in der rheinischen Kultur verwurzelt ist. Die jungen Männer ziehen in der Nacht auf den 1. Mai los, um eine frisch geschmückte Birke, auch liebevoll „Liebesmaien“ genannt, aufzustellen. Die nächste Gelegenheit für Frauen, in Schaltjahren aktiv zu werden, ist erst 2028.
In Köln gilt es als Regel, dass die Männer ihre Maibäume ohne Hilfe aufstellen müssen. Eine echte Herausforderung, denn die Konkurrenz schläft nicht! Frauen hingegen haben in Schaltjahren das Privileg, Maibäume für ihre Männer aufzustellen. In vielen anderen Regionen, wie dem Saarland oder dem Bergischen Land, wird dieser Brauch ebenfalls zelebriert, oft mit großen Maibäumen auf Dorfplätzen, umgeben von fröhlichen Zuschauern, die sich mit Bier und Bratwürstchen stärken.
Maibäume kaufen in Köln
Am 30. April bieten zahlreiche Verkaufsstellen in Köln die Möglichkeit, Maibäume zu erwerben. Diese sind meist zwischen drei und sechs Metern hoch und kosten etwa 10 Euro pro Meter. Auch in diesem Jahr können Liebende aus einem bunten Angebot wählen, das von wasserfestem Krepppapier bis hin zu Holzherzen reicht. Besonders empfehlenswert ist der Gut Leidenhausen, wo Maibäume ab 25 Euro und geschmückte Birken im Topf erhältlich sind. Auch Balloni in Ehrenfeld hat für 26 Euro personalisierte Maibäume im Angebot.
Für die, die es lieber bequem haben, gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, Maibäume online zu bestellen und direkt nach Hause liefern zu lassen. Eine praktische Option, besonders in Zeiten, in denen junge Birken aufgrund von strengen Regelungen schwerer zu bekommen sind. Der Ökomarkt bietet als besonderen Anreiz sogar geschmückte Maibäume kostenlos an – allerdings nur solange der Vorrat reicht und nach dem Motto „first come, first serve“.
Traditionen und Belohnungen
Die Belohnungen für das Aufstellen eines Maibaums haben sich im Laufe der Jahre gewandelt. Früher gab es meist eine Kiste Bier oder einen Kuchen, heute sind Einladungen zum Essen oder vielleicht ein Kuss wahrscheinlicher. Am letzten Tag im Mai ist es dann Zeit, den Maibaum abzuholen – und hier kommt der Vater der umworbenen Person ins Spiel, der den Aufsteller belohnen kann. Was ihm gefällt, bleibt ihm überlassen: Ob eine Kiste Bier oder ein Glas Senf, es bleibt spannend!
Doch Vorsicht! In der Nacht auf den 1. Mai können Maibäume auch geklaut werden, weshalb es ratsam ist, sie gut zu befestigen oder im Auge zu behalten. Das Fällen eines Baumes im Wald oder im Nachbarsgarten ist ohnehin strafbar. Umso wichtiger ist es, die Maibäume ordentlich zu sichern – idealerweise an einer Regenrinne. Die Herzen, die am Baum befestigt werden, tragen den Namen der verehrten Person und sollten aus wetterfestem Material bestehen.
In Köln ist der Brauch des Maibaumstellens lebendig und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Ob verliebte Paare oder langjährige Partner – jeder hat seine eigene Geschichte und Bedeutung, die mit diesem besonderen Tag verbunden ist. Also, liebe Kölner, bereitet euch vor, denn der Mai ist gekommen, und mit ihm die Zeit der Maibäume!