Holweide im Aufbruch: Bürger kämpfen für ein lebenswertes Zuhause
In Holweide, einem Stadtteil von Köln, brodelt es. Die Bürgerinnen und Bürger sind frustriert. Es gibt eine Menge an Ideen und Initiativen, die darauf abzielen, die Lebensqualität zu verbessern, aber der Stillstand ist frustrierend. Harald Borchers, ein CDU-Ratsmitglied für Holweide, hat den Wunsch geäußert, dass die Stadtverwaltung endlich mehr Unterstützung für diesen Stadtteil bietet. Die Bürgervereine und Initiativen kämpfen seit Jahren um Gehör, doch die Umsetzung politischer Beschlüsse lässt auf sich warten.
Besonders das Verkehrsthema ist ein wiederkehrendes Problem in Holweide. Die Bergisch Gladbacher Straße ist ein neuralgischer Punkt – Staus und gefährliche Situationen sind hier an der Tagesordnung. Die Einmündungen zur Steyler Straße sind ebenfalls problematisch, vor allem durch Geschäfte und den Bau eines Rewe-Marktes. Die Bezirksvertretung Mülheim hat bereits beschlossen, die Verkehrssituation zu entlasten, etwa durch eine Einbahnstraßenlösung für die Steyler Straße. Aber auch hier: die Umsetzung steht für die zweite Jahreshälfte 2027 auf der Agenda der Stadt Köln.
Warten auf Maßnahmen
Die Herausforderungen sind mannigfaltig. Der Fahrradweg an der Bergisch Gladbacher Straße ist unterbrochen, was die Sicherheit der Radfahrer in Frage stellt. Währenddessen arbeitet die Stadt an Verschönerungsmaßnahmen für den Marktplatz, der seit 2008 als zentraler Treffpunkt dient. Doch auch hier gibt es keine konkreten Umsetzungstermine. Die Infrastruktur ist unzureichend; die Dixi-Toiletten sind ein häufiges Gesprächsthema – ein Vorschlag zur Verbesserung scheiterte an fehlenden finanziellen Mitteln. Und selbst ein Bewegungsparcours, der für 2024 geplant war, bleibt aufgrund der hohen Kosten auf der Strecke.
Ein weiteres Projekt, das auf der Kippe steht, ist die Umwandlung der Baumwollbleicherei in ein urbanes Wohngebiet. Hier stockt die Umsetzung seit Jahren, was vor allem an wechselnden Projektleitungen liegt. BUWAG, die Tochtergesellschaft von Vonovia, zeigt zwar Interesse an dem Bauprojekt, aber wann es wirklich vorangeht, bleibt unklar. Trotz der vielen Hürden, die es zu überwinden gilt, gibt es in Holweide eine hohe Dichte an aktiven Ehrenamtlern. Sie setzen sich für ihren Stadtteil ein – und das ist eine positive Stimme inmitten der ganzen Frustration.
Engagement der Bürger
Ein Lichtblick ist das Kölner Netzwerk Bürgerengagement, das seit 2016 verschiedene Beteiligungsprojekte durchführt. Dort teilen Bürgerinnen und Bürger in Ideen-Werkstätten ihre Wünsche und Vorstellungen. Unter anderem sind Projekte wie „Gemeinsam fürs Klima in Bilderstöckchen“ und „Gemeinsam für gute Nachbarschaft“ in Planung. Die Ideen werden von der Fachverwaltung auf ihre Realisierbarkeit geprüft. Aktionsgruppen aus der Bürgerschaft, Unternehmen und Institutionen bilden sich, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Team-Captains werden bestimmt und Aktionspläne erstellt, die dann eigenständig umgesetzt werden können.
In Holweide gibt es also einen starken Willen zur Veränderung, auch wenn der Weg dorthin steinig ist. Die Bürger lassen sich nicht entmutigen und kämpfen weiter für ein besseres Lebensumfeld. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadtverwaltung bald auf die Bedürfnisse der Menschen hört und die nötigen Schritte einleitet.
