Heute ist der 3.06.2026, und ich bin in Mülheim, wo ich mich auf die Spuren von Jürgen Wiebicke begebe. Der 62-Jährige lebt in einem charmanten Fachwerkhaus in Köln-Schweinheim, einem Stadtteil, der für seine ländliche Atmosphäre bekannt ist. Wenn er nicht gerade mit dem Rad unterwegs ist, genießt er die Ruhe und die kleinen Freuden des Lebens im Veedel. Radfahren ist für ihn nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern eine Art Meditation. Täglich radelt er etwa eine halbe Stunde zum WDR-Funkhaus in die Innenstadt. Man kann sich vorstellen, wie der Wind durch die Haare weht und der Alltag beim Treten der Pedale in den Hintergrund rückt.
In Holweide, wo Wiebicke auch einige seiner liebsten Plätze zeigt, gibt es seit zweieinhalb Jahren eine stillgelegte Baustelle der alten Baumwollbleicherei. Ein Investor aus Leipzig hatte großartige Pläne für über 200 Wohnungen, doch das Vorhaben blieb in der Schublade. Stattdessen ist das 21.000 Quadratmeter große Areal jetzt von einem Bauzaun umgeben, während der restaurierte Schornstein der Bleicherei still und leise die Geschichte vergangener Tage erzählt. Es gibt hier auch ein Biotop an der Schweinheimer Straße, das Wiebicke stolz präsentiert. Die freilaufenden Hühner, die dort leben und ihre Eier verkaufen, sind allerdings an diesem Tag ausverkauft – ein kleiner, aber süßer Rückschlag!
Ein Blick auf die Nachbarschaft
Die Strunde, die entlang der Schweinheimer Straße fließt, gibt dem Stadtteil seinen Namen. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Natur und das urbane Leben harmonisch miteinander verbunden sind. Wiebicke beschreibt die soziale Mischung in Holweide als durchweg positiv. Hier gibt es keine ausgeprägte Segregation, was für ein angenehmes Miteinander sorgt. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie Nachbarn zusammenkommen, um zu plaudern und die neuesten Klatschgeschichten auszutauschen.
Ein Highlight seines Rundgangs ist der Piccolominiplatz, ein Treffpunkt für weniger Betuchte. Dieser Platz hat durch eine Initiative eine wunderbare Aufwertung erfahren. Es ist der Ort, an dem man sich trifft, um zu lachen, zu plaudern und einfach das Leben zu genießen. Wiebicke besucht auch seine Lieblingsbäckerei „Ährensache“ in der Piccoloministraße 30, wo er ein Überraschungsbrot kauft. Die Düfte von frisch gebackenem Brot und süßen Teilchen sind einfach unwiderstehlich!
Kulturelle Entdeckungen in Holweide
Ein Spaziergang durch die Märchensiedlung, die in den 1920er-Jahren angelegt wurde, ist ebenfalls ein Muss. Straßennamen wie Rapunzelgässchen laden dazu ein, einen Blick in eine andere Welt zu werfen. Wiebicke erinnert sich mit einem Schmunzeln an seine Schulzeit in der Nähe – der Wechsel von einer linken zu einer konservativen Schule hat sicher seine Spuren hinterlassen. Doch das Vergangene lässt sich in der jetzigen Lebensqualität nicht mehr missachten. Die Kombination aus städtischem Leben und ländlicher Ruhe macht Holweide zu einem ganz besonderen Ort.
Für alle, die Holweide erkunden möchten, hat Wiebicke einige Tipps auf Lager: Ein Besuch am Kreuzwasser in der Chemnitzer Straße, ein Halt in der Vollkornbäckerei Ährensache, ein Spaziergang durch die Märchensiedlung ab der Stadtbahn-Haltestelle Neufelder Straße und natürlich die Konditorei Madame Miammiam in der Suitbertstraße 12. Jeder dieser Orte hat seinen eigenen Charme und trägt zur bunten Vielfalt des Stadtteils bei.
Holweide ist mehr als nur ein Stadtteil – es ist ein Lebensgefühl. Die Menschen hier schätzen die Gemeinschaft, die Natur und die kleinen Dinge im Leben. Für Wiebicke ist es der perfekte Ort, um sich zu entspannen, die Seele baumeln zu lassen und das ländliche Flair inmitten der Stadt zu genießen.