Heute, am 30. April 2026, stellt sich Aykut Ö., der ehemalige Präsident der Bandidos, im Kölner Landgericht den schweren Vorwürfen. Der Prozess, der in Dellbrück stattfindet, hat die Stadt in Atem gehalten, denn die Vorwürfe gegen den 38-Jährigen sind nicht von Pappe. Orhan A., ein 37-jähriger Mann, der im Dezember letzten Jahres Opfer eines brutalen Mordanschlags wurde, trat als Zeuge auf. Der Vorfall, bei dem auf ihn acht Schüsse abgegeben wurden, hinterließ Orhan A. mehrere Wochen im Koma und deutliche Spuren.
Der Angeklagte Aykut Ö. sieht sich nicht nur diesen Vorwürfen gegenüber, sondern auch der Anklage wegen Anstiftung zu versuchtem Mord sowie weiteren schweren Straftaten. Der Prozessauftakt brachte ans Licht, dass Orhan A. zudem zu einem Attentat aus Januar 2019 aussagen soll, bei dem auf ein Café in Buchheim geschossen wurde, das seinen Eltern gehörte. Aykut Ö. wird beschuldigt, den Auftrag für dieses Attentat gegeben zu haben. Diese Verstrickungen in eine Welt voller Gewalt und Revanche sind nicht neu; beide Männer waren bereits in einem früheren Prozess wegen eines Schusswechsels verurteilt worden.
Ein blutiger Konflikt
Der Mordanschlag auf Orhan A. ist nur die Spitze des Eisbergs. Aykut Ö. wird auch eine Vergeltungsaktion im Dezember 2018 an der Kölner Zoobrücke vorgeworfen, bei der ein Unbeteiligter schwer verletzt wurde. In dieser Nacht, nachdem ein Mitglied der Hells Angels ein Video veröffentlicht hatte, das eine Auseinandersetzung mit Bandidos zeigt, kam es zu einem blutigen Übergriff. Als sich ein weißer Mercedes neben einen VW Golf setzte, fielen Schüsse. Sechs Projektile trafen das Fahrzeug, und der Fahrer, ein Hells Angels-Mitglied, erlitt schwere Verletzungen am Darm und Oberschenkel und musste für drei Wochen ins Krankenhaus.
Die Staatsanwaltschaft hat Aykut Ö. für die Anstiftung zu diesen Taten sowie für Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz angeklagt. Er selbst bestreitet alle Vorwürfe und hat sich beim Prozessbeginn nicht geäußert. Die Verbindungen zwischen den verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels sind tief und könnten die Stadt Köln noch lange beschäftigen.
Ein Prozess voller Spannungen
Der Dienstag im Gericht war geprägt von Spannung und Unverständnis. Orhan A. musste am Mittwoch noch nicht aussagen, da Aykut Ö. nicht alle Akteninhalte lesen konnte. Richterin Grassmann zeigte sich über die Ankündigung weiterer Zeugen, ihre Aussagen zu verweigern, verwundert. Der Konflikt zwischen den beiden Gruppen hat nicht nur persönliche Tragödien zur Folge, sondern auch eine Welle der Gewalt, die in der Stadt spürbar ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Prozess weiterentwickeln wird und welche weiteren Details ans Licht kommen.
Diese blutigen Auseinandersetzungen werfen ein Schlaglicht auf die dunklen Seiten der Kölner Unterwelt und die Herausforderungen, vor denen die Justiz steht, um die Ordnung wiederherzustellen. Die kommenden Tage im Gericht versprechen, nicht weniger aufschlussreich zu werden.