Die Walter-Blickhäuser-Sportanlage in Buchforst zeigt sich in einem Zustand, der einem regelrechten Schocker gleichkommt. Ein holpriger Aschenplatz, rissige Tartan-Tennisplätze, die von Unkraut durchzogen sind – das ist der triste Anblick, dem sich die ansässigen Vereine gegenübersehen. Hier, wo Senioren Boule spielen, trifft sich der Vorstand von Fenerbahce und Anadolu Köln sowie das CDU-Ratsmitglied Eric Haeming vor dem Minivereinsheim. Man merkt, dass der Zustand der Sportanlage nicht nur ein bauliches, sondern auch ein soziales Problem ist. Fenerbahce Köln hatte im Jahr 2021 noch neun Mannschaften, heute ist nur noch eine übrig. Auch bei Anadolu ist die Lage angespannt: von einst vier Mannschaften blieben kaum noch Mitglieder übrig.

Buchforst ist einer der kinderreichsten Stadtteile Kölns, doch ein Kunstrasenplatz? Fehlanzeige! Ömer Icdeniz, Vorstand von Fenerbahce, hebt hervor, wie wichtig Sportvereine für Kinder aus bildungsfernen Familien sind. Hier wird Integration gelebt. Die Walter-Blickhäuser-Sportanlage steht seit 2021 auf der städtischen Prioritätenliste für einen Kunstrasenplatz. Entwürfe für eine Generalsanierung – inklusive Bouleanlage, Basketballplatz und Tennisplatz – liegen bereits auf dem Tisch. Der Bauantrag könnte bald eingereicht werden, doch was nützt das, wenn seit fünf Jahren kein einziger Kunstrasenplatz aus der Liste 2021-2025 gebaut wurde? Die finanziellen Mittel sind gesperrt, und die Stadt Köln hat keinen Eigenanteil für die Plätze zur Verfügung. Projekte müssen eigenständig oder mit Fördermitteln finanziert werden, was viele soziale Träger und Vereine in Köln in eine prekäre Lage bringt.

Sport als Daseinsvorsorge

Die Trainerin der U15-Mannschaft pendelt zweimal wöchentlich nach Buchforst, um mit den Jugendlichen zu arbeiten. Das ist Engagement, das Respekt verdient! Eric Haeming übt scharfe Kritik an der Stadt und deren Haltung, dass Sport nicht als Daseinsvorsorge betrachtet wird. Dabei fördern Sportvereine nicht nur die Gesundheit, sondern auch soziale Integration und Chancengerechtigkeit. Die Planungen für den Umbau der Sportanlage begannen übrigens schon vor 15 Jahren, und der offizielle Antrag für den Kunstrasenplatz wurde bereits 2015 gestellt. Doch die Haushaltssperre seit 2025 hat jegliche Fortschritte gestoppt, trotz aller städtischen Werbung für die Olympischen Spiele.

Die Notwendigkeit von Kunstrasenplätzen ist in Köln offensichtlich. Sie bieten zahlreiche Vorteile gegenüber alten Ascheplätzen: witterungsunabhängige Bespielbarkeit, weniger Verletzungen, geringerer Pflegeaufwand und keine Staubimmissionen bei trockenem Wetter. Gerade jetzt, wo viele Sportanlagen in Köln sanierungsbedürftig sind, ist der Bedarf an Kunstrasenplätzen nicht gedeckt. Über die nächsten umzubauenden Plätze wird basierend auf aktuellem Platzzustand und der Nutzungsintensität entschieden – und das macht die Situation nicht einfacher.

Bundesmittel für die Zukunft

Die Stadt Köln hat jedoch nicht aufgegeben und reicht fristgerecht Projektskizzen ein, um Bundesmittel für die Modernisierung und Sanierung der städtischen Sportinfrastruktur zu sichern. Oliver Seeck, Vorsitzender des Sportausschusses, betont, wie wichtig Investitionen in Sportanlagen sind. Der Sanierungsbedarf im Breiten- und Vereinssport ist enorm. Das Bundesprogramm ermöglicht gezielte Investitionen, die auch Aspekte wie Klimaschutz und Barrierefreiheit berücksichtigen. Insgesamt wurden Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 16,8 Millionen Euro für städtische Sportanlagen angemeldet, und die Kölner Sportvereine haben noch einmal rund 13,2 Millionen Euro an weiteren Maßnahmen beantragt. Der mögliche Bundesanteil könnte bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten betragen.

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Die Auswahl der Projekte umfasst nicht nur die Generalsanierung und Umwandlung von Sportfreianlagen, sondern auch innovative Pilotprojekte in nachhaltiger Holzmodulbauweise. Das alles geschieht mit dem Ziel, die Sportanlagen langfristig nutzbar zu machen und soziale Aspekte sowie Nachhaltigkeit zu fördern. Es bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung über die Förderung durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bald fällt. Schließlich geht es hier nicht nur um Sport, sondern auch um Gesundheit, Zusammenhalt und Lebensqualität. Die Zeit drängt, und die Vereine brauchen dringend Unterstützung, um nicht weiter in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen.