Heute ist der 30.04.2026 und die Diskussion über die Bushaltestellen am Wiener Weg in Lindenthal ist aktueller denn je. Bei schlechtem Wetter ist das Warten auf den Bus für viele Pendler und Patienten des Krankenhauses Hohenlind alles andere als angenehm. An diesen Haltestellen verkehren vier Buslinien, die in die Innenstadt sowie nach Weiden und Marsdorf führen. Doch der Komfort für die Fahrgäste lässt stark zu wünschen übrig.
Der Bürgerverein „Aktives Leben Junkersdorf“ hat sich nun mit Nachdruck für die Einrichtung von Unterständen an den Haltestellen eingesetzt. Über 250 Unterschriften wurden gesammelt, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Wolfgang Kirsch, der Vorsitzende des Vereins, äußerte deutliche Kritik am Fehlen solcher Unterstände. Bezirksbürgermeister Roland Schüler nahm die Sorgen der Anwohner ernst und diskutierte kürzlich mit ihnen über die unzureichenden Bedingungen vor Ort.
Ein Blick auf die Prioritäten
Schüler forderte die Stadtverwaltung auf, die Situation an den Haltestellen zu überprüfen. Die aktuelle Haltestelle entspricht nicht dem Stand der Technik, da Busse nicht in Busbuchten halten sollten. Ein Umbau könnte nicht nur Platz für einen Unterstand schaffen, sondern auch einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Doch die Stadtverwaltung sieht momentan keine Möglichkeit für zeitnahe Lösungen und verweist auf den Nahverkehrsplan, in dem die Haltestelle am Wiener Weg eine niedrige Priorität von 9 hat.
Die Prioritätenliste der Stadtverwaltung wird von Schüler als veraltet kritisiert. Er weist darauf hin, dass seit 2020 die Linie 173 verkehrt und die Stadtverwaltung in der Abarbeitung der Liste nicht vorangekommen ist. Der Ausbau einzelner Haltestellen wird nur bei umfassenden Straßenarbeiten priorisiert, was die Situation für die Anwohner und Fahrgäste nicht verbessert. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich, doch die Umsetzung bleibt schleppend.
Ein wichtiges Anliegen für die Gemeinschaft
Die fehlenden Unterstände sind nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Sicherheit. Gerade in der kalten und nassen Jahreszeit ist es für die Menschen, die auf den Bus angewiesen sind, wichtig, einen geschützten Platz zu haben. Der Bürgerverein hat mit seiner Initiative gezeigt, dass die Gemeinschaft aktiv mitgestalten möchte und bereit ist, für die eigenen Bedürfnisse einzutreten.
Die Situation an den Haltestellen am Wiener Weg in Lindenthal ist ein Beispiel für die Herausforderungen, die in vielen urbanen Gebieten bestehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadtverwaltung die berechtigten Anliegen der Bürger ernst nimmt und zeitnah Lösungen findet, um den öffentlichen Nahverkehr in Köln für alle Fahrgäste zu verbessern.