Heute ist der 4. Juni 2026 und in Köln-Sülz wird es wieder spannend. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat sich erneut mit dem Ausbau des Trainingszentrums des 1. FC Köln zu beschäftigen. Der Streit um den Bebauungsplan, der schon seit Jahren schwelt, nimmt am 11. Juni um 9:00 Uhr eine neue Wendung. Und ja, die Vorzeichen stehen auf Entscheidung!
Die Pläne für das Trainingszentrum sind nicht einfach nur ein weiterer Schritt in der Vereinsgeschichte. Nein, sie sind das Resultat von hitzigen Diskussionen und einem rechtlichen Hin und Her, das die Gemüter erhitzt. Der Bebauungsplan „RheinEnergieSportpark in Köln-Sülz“, der 2020 von der Stadtverwaltung abgesegnet wurde, sieht vor, die Sportanlage rund um das Geißbockheim zu erweitern. Klingt gut, doch die Kritiker sind nicht weit. Naturschützer laufen Sturm gegen die Vollversiegelung und den Verlust der unter Denkmal- und Landschaftsschutz stehenden Grünfläche. Verständlich, wenn man bedenkt, wie wichtig solche Flächen für das Stadtbild und das Klima sind.
Ein Rechtsstreit mit vielen Facetten
Die juristische Auseinandersetzung um die Vergrößerung des Trainingsareals tritt in eine neue Phase. Zuvor hatte das OVG im November 2022 den Bebauungsplan für ungültig erklärt. Der Verein legte Revision ein, und das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hob im April 2024 diesen Richterspruch wieder auf. Die Leipziger Richter erklärten, dass die Versiegelung eines kleinen Teils der Fläche durchaus mit dem Charakter einer Grünfläche vereinbar sei. Das wirft die Frage auf: Wo bleibt der Ausgleich für den Verlust von Grün und Natur?
Als Kompensation sind vier Kleinspielfelder auf der Gleueler Wiese im Grüngürtel der Stadt vorgesehen. So soll ein Stück Natur zurückgegeben werden – zumindest theoretisch. Aber kann man wirklich durch den Bau von Sportstätten den Verlust von geschützten Flächen ausgleichen? Die Diskussion darüber wird sicher auch in den kommenden Tagen nicht verstummen.
Ein Urteil steht bevor
Am 11. Juni wird das Oberverwaltungsgericht in Münster die mündliche Verhandlung abhalten und plant, direkt im Anschluss ein Urteil zu fällen. Ein richtiger Schock für die Beteiligten, die sich auf die nächsten Schritte vorbereiten müssen. Ob die Pläne des 1. FC Köln nun endlich in die Tat umgesetzt werden können oder ob die Naturschützer in letzter Minute noch einen Strich durch die Rechnung machen – das bleibt abzuwarten.
Die Vorfreude ist groß, aber auch die Skepsis. Wer gewinnt am Ende? Der Fußballverein, der seine Trainingsbedingungen verbessern möchte, oder die Umweltschützer, die sich für den Erhalt der Natur einsetzen? Man könnte sagen, die Stadt Köln steht vor einer entscheidenden Weggabelung – und jeder Schritt könnte weitreichende Folgen haben. Die nächsten Tage könnten entscheidend für die Zukunft des Geißbockheims und die Grünflächen in Sülz sein. Man darf gespannt sein!