Im Herzen von Köln-Müngersdorf entsteht ein faszinierendes Wohnprojekt, das die Vergangenheit mit einer lebendigen Zukunft verknüpfen soll. Der Petershof, eine der letzten erhaltenen vierflügligen Hofanlagen im Kölner Westen, wird nicht nur mit frischem Leben gefüllt, sondern auch als Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs neu gestaltet. Dank der Förderung durch die NRW-Stiftung in Höhe von 200.000 Euro wird der Innenausbau vorangetrieben, um Kunstwerke und Bücher in der Scheune des Petershofs auszustellen und Raum für Diskussionen sowie Nachbarschaftstreffen zu schaffen.
Die Machbarschaft Petershof plant, dass rund 30 Menschen hier wohnen und sich sowohl die Räumlichkeiten als auch den Garten teilen. Herzstück des Zentrums wird die neu gestaltete Scheune, die als Veranstaltungs- und Versammlungsraum sowie für Seminare und Büros genutzt werden soll. Die Sanierungsarbeiten haben bereits begonnen: Die Dächer und Dachstühle werden erneuert, Fenster restauriert und ein Brunnen für die Wärmepumpe angelegt. Zudem wird ökologischer Lehmputz in Eigenleistung hergestellt. Die erste Etappe soll bis 2024 abgeschlossen sein, während die gesamte Anlage bis 2028 im Vollbetrieb sein soll.
Historische Wurzeln und moderne Visionen
Der Petershof, der 1981 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen wurde, steht beispielhaft für die Bewahrung historischer Bausubstanz. Das Konzept, das die Machbarschaft e.V. entwickelt hat, zielt darauf ab, ein Denkmal der Zukunft aus diesem denkmalgeschützten Hof zu schaffen. Dabei wird großen Wert darauf gelegt, dass keine Abriss- oder Neubaumaßnahmen geplant sind. Das äußere Erscheinungsbild des Petershofs bleibt in seiner ursprünglichen Anmutung erhalten, was den Grundsätzen des nachhaltigen Denkmalschutzes entspricht.
Der Petershof wird zudem Teil des „Kulturpfads Müngersdorf“ sein, der insgesamt 18 Stationen umfasst und das kulturelle Erbe der Region hervorhebt. Die Scheune wird auch Veranstaltungen zur Geschichte des Petershofs, einschließlich seiner NS-Vergangenheit, anbieten. Dieser Ansatz fördert nicht nur das Bewusstsein für die lokale Geschichte, sondern schafft auch einen Raum für Gespräche über die Herausforderungen der Vergangenheit und deren Auswirkungen auf die Gegenwart.
Ein Beispiel für den Denkmalschutz
In Zeiten, in denen in Deutschland fast täglich Denkmäler verloren gehen, ist der Petershof ein Lichtblick. Viele historische Stätten verschwinden oft unbemerkt, und es fehlen zentrale Informationen über den Bestand und die Entwicklung denkmalgeschützter Kulturschätze. Das Projekt Petershof zeigt, wie wichtig es ist, die kulturelle Identität einer Region zu bewahren und gleichzeitig moderne Nutzungen zu integrieren. Die geplanten Maßnahmen entsprechen nicht nur der Erhaltungssatzung für den „Kernbereich“ des ehemaligen Dorfes Müngersdorf von 1988, sondern auch dem Wunsch, die topographische Besonderheit des Dorfgrundrisses und der Straßenbilder zu bewahren.
Mit der Eröffnung des Petershofs wird ein Raum geschaffen, der nicht nur Wohnraum bietet, sondern auch ein Ort des Miteinanders und der kulturellen Entfaltung werden soll. Freitags von 17 bis 19 Uhr ist der Petershof bereits für Besucher geöffnet und lädt dazu ein, die Fortschritte und die Visionen für die Zukunft hautnah zu erleben.