Berrenrather Straße: Ein Krater im Herzen von Lindenthal
So, da sitzen wir nun, mitten im Herzen von Lindenthal, und fragen uns: Was ist eigentlich mit der Berrenrather Straße los? Seit über zehn Jahren wartet diese beschauliche Einkaufsmeile auf ihre dringend benötigte Sanierung. Ein Zustand, der nicht nur die Anwohner auf die Palme bringt, sondern auch für Radfahrer und Fußgänger zu einem echten Abenteuer geworden ist. Man könnte fast sagen, die Schlaglöcher haben sich hier zu kleinen Kratern entwickelt, die nicht nur das Bild der Straße trüben, sondern auch zur Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer werden.
Die Stadtverwaltung hat zwar Pläne ausgearbeitet – einen neuen Fahrbahnbelag, frischen Asphalt zwischen der Universitäts- und Sülzburgstraße, um die schlimmsten Löcher zu stopfen und die Sicherheit zu erhöhen, insbesondere für Radfahrer. Aber irgendwie passiert da nicht viel. Bezirksbürgermeister Roland Schüler macht sich bereits Sorgen, dass die ambitionierten Umbaupläne, die vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro erarbeitet wurden, bald in der Schublade verschwinden könnten. Die Bezirksvertretung Lindenthal hat deshalb klar gefordert: Wenn sich die Dinge weiter verzögern, muss die Asphaltdecke erneuert werden. Schließlich können sich die Anwohner nicht ewig mit einem löchrigen Pflaster abfinden!
Die komplexen Umbaupläne
Die Umbaupläne für die Sülzer Einkaufsmeile sind alles andere als einfach. Geplant ist eine Verengung der Fahrbahn von elf auf neun Meter, dazu ein zwei Meter breiter Schutzstreifen für Radfahrer und mindestens 2,50 Meter breite Gehwege. Das klingt nach einem Paradies für Fußgänger und Radler, oder? Und das Beste: Ein sogenannter „Multifunktionsraum“ soll geschaffen werden, der Platz für Parken, eine Ladezone, Fahrradabstellanlagen, Baumbeete und sogar Außengastronomie bietet. Zebrastreifen mit Mittelinseln an Einmündungen und Kreisverkehre an kritischen Stellen wie Berrenrather/Sülzburgstraße sollen die Sicherheit weiter erhöhen.
Doch, wie es oft der Fall ist, gibt es einen Haken. Die Umsetzung dieser Pläne hängt an einem seidenen Faden – genauer gesagt, an der Verlegung von Fernwärmeleitungen durch Rhein-Energie. Wann das passieren soll, ist unklar und hängt von der kommunalen Wärmeplanung ab. Im Sommer 2024 gab es zwar Suchschachtungen, aber die Schwierigkeiten durch Bodendenkmäler und Grünzonen stellen die Stadtverwaltung vor echte Herausforderungen. Und während die Anwohner weiterhin auf Besserung hoffen, muss die Stadt erst die Abstimmung mit den Versorgungsunternehmen klären, bevor die ersten Bagger anrücken können.
Ein Ende in Sicht?
Ehrlich gesagt, der Unmut der Anwohner ist mehr als verständlich. Immerhin wurde bereits 2016 die Planung beschlossen und 2020 der konkrete Umbau, der eigentlich bis 2022 abgeschlossen sein sollte. Doch was folgte, waren endlose Verzögerungen und ein ständiges Hin und Her. Die Bezirksvertretung hat die Stadtverwaltung mehrfach aufgefordert, über den Fortschritt zu informieren, aber die Antworten bleiben oft vage. Einmal war sogar Geld für den Umbau eingeplant, doch dann verschwand der Posten einfach aus dem Haushalt, ohne Erklärung.
So stehen die Anwohner der Berrenrather Straße weiterhin im Stau – nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch in der realen, verkehrstechnischen Realität. Ein Zustand, der für Radfahrer und Fußgänger nicht mehr hinnehmbar ist, wie die Bezirksvertretung zu Recht anmerkt. Es bleibt abzuwarten, ob und wann die Pläne endlich Wirklichkeit werden. In der Zwischenzeit bleibt nur die Hoffnung auf eine baldige Lösung, die sowohl die Sicherheit als auch die Lebensqualität in diesem charmanten Kölner Stadtteil verbessert.
