Am 4. Mai, einem ganz normalen Montag, ereignete sich im Kölner Hauptbahnhof eine Szene, die man nicht alle Tage sieht. Die Bundespolizei hat einen Haftbefehl vollstreckt. Im Zentrum des Geschehens: ein 31-jähriger Mann, ukrainischer Staatsangehöriger, der sich bei einer Personenkontrolle nicht ausweisen konnte. Ein bisschen auffällig war er schon, so ganz ohne Papiere in einem der belebtesten Bahnhöfe Deutschlands. Die Beamten brachten ihn zur Dienststelle, um seine Identität zu klären. Und wie das in solchen Fällen so ist, kamen die Fingerabdrücke zum Einsatz. Ein bisschen wie im Krimi, oder?

Die Ermittlungen ergaben, dass gegen den Mann eine Fahndungsausschreibung der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach vorlag. Überraschung, Überraschung – der Mann war bereits wegen Trunkenheit im Straßenverkehr zu 18 Tagen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Wer hätte das gedacht? Da stellt sich natürlich die Frage, wie es dazu kam. Hatte er einfach einen schlechten Tag oder war es die Gewohnheit, die ihn in diese Lage brachte? Die Möglichkeit, die Haft abzuwenden, bestand durch eine Zahlung von 2.160 Euro. Doch die Kasse war offenbar leer, denn der Mann konnte den geforderten Betrag nicht aufbringen. So wurde der Haftbefehl vollstreckt und er fand sich in einer Justizvollzugsanstalt wieder. Ein schicksalhaftes Ende eines Montags im Hauptbahnhof.

Trunkenheit am Steuer – ein ernstes Problem

Jetzt könnte man meinen, dass solche Geschichten selten sind. Aber wenn wir uns die Statistiken anschauen, wird klar, dass Trunkenheit im Verkehr ein weit verbreitetes Problem ist. Im Berichtsjahr wurden in Deutschland rund 2,3 Millionen Unfälle registriert. Davon waren 26.882 Unfälle unter Einfluss berauschender Mittel, was 1,6 % entspricht. Das ist nicht viel, aber jede Zahl steht für menschliches Leid. Und, um das ins Verhältnis zu setzen: 70,4 % der Pkw-Fahrer, die unter Alkoholeinfluss einen Unfall mit Personenschaden verursacht haben, hatten einen Blutalkohol-Wert von mindestens 1,1 Promille. Das sind schon ziemlich alarmierende Zahlen!

Alkoholeinfluss war bei 5,1 % der Unfälle mit Personenschaden eine der häufigsten Unfallursachen. Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt zudem, dass insbesondere ältere Fahrer, zwischen 45 und 54 Jahren, häufiger als andere mit hohen Promillewerten in Unfälle verwickelt sind. Komischerweise sind es die 18- bis 24-Jährigen, die seltener mit über 2,0 Promille auffällig werden. Vielleicht haben sie einfach noch nicht die nötige Erfahrung, die Älteren in den Abgrund führt.

Die meisten alkoholbedingten Unfälle passieren an Wochenenden, insbesondere samstags und sonntags. Man könnte sagen, die Feierlaune schlägt oft in die falsche Richtung um. Gut, dass der 31-Jährige in Köln nicht noch mehr Unheil angerichtet hat. Denn trotz aller Statistiken bleibt es ein menschliches Drama, wenn aus einem feucht-fröhlichen Abend ein unüberlegter Schritt und letztlich eine Verhaftung wird. Man fragt sich, wie viele Geschichten es gibt, die nie in den Nachrichten auftauchen. Und wie viele Menschen aus diesen Geschichten nie wieder die Kurve kriegen.

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Im Kölner Hauptbahnhof war es an diesem Montag eben nur eine weitere Episode im großen Drama des Lebens. Die Frage bleibt: Was wird aus dem Mann, der nun seine Zeit in der Justizvollzugsanstalt absitzen muss? Und wird er aus dieser Erfahrung lernen oder wird er, wie so viele andere, wieder auf den gleichen Pfad zurückkehren? Aber das sind Fragen für einen anderen Tag.