In Kalk, einem lebendigen Stadtteil von Köln, hat das Kunsthaus Kalk an der Dillenburger Straße seine Türen geöffnet und damit einen neuen Ort der Kreativität und Inklusion geschaffen. Ab sofort stehen die neuen Atelierräume Kunstschaffenden zur Verfügung, die nicht nur Ideen entwickeln, sondern auch ein Stück weit die Gesellschaft mit ihren Werken bereichern möchten. Das Kunsthaus ist Teil des Osthofs der Hallen Kalk und versteht sich als gemeinwohlorientierter Kultur- und Inklusionsort, der insbesondere Menschen mit Lernschwierigkeiten eine Plattform bietet, um selbstbestimmt im Bereich Kunst und Kultur zu arbeiten.

Im September begann eine dreijährige Pilotphase, die von der Stadt Köln, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Unterstützt wird das Kunsthaus zudem durch die Kämpgen-Stiftung, den Landschaftsverband Rheinland und die Rhein-Energie-Stiftung. Bürgermeisterin Derya Karadag hielt bei der Eröffnung ein Grußwort, während sie ihren vier Monate alten Sohn im Arm hielt, was die familiäre Atmosphäre unterstrich. An diesem Standort wurde auch die deutschlandweit erste inklusive Klasse einer Kunstakademie, die „Inklusive Akademie“, eröffnet, die darauf abzielt, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten sich an Kunstakademien bewerben können.

Neue Perspektiven für Künstler

Das Kunsthaus Kalk kooperiert mit der Kunstakademie Düsseldorf und der Bergen School of Architecture, um den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Künstlern mit und ohne Lernschwierigkeiten zu fördern. Lena Beuth, Vorstand vom Kubist e.V., dem Trägerverein des Kunsthauses, äußerte sich positiv über die neuen Räume und die damit verbundenen Möglichkeiten. Jutta Pöstges, die künstlerische Leiterin des Kunsthauses, bedankte sich herzlich bei den Förderern für die Sanierung der Ateliers und die Unterstützung des Projekts.

Künstler wie Nico Randel, der das Downsyndrom hat, berichtete von seinen Erfahrungen und Projekten, darunter einen Bühnenentwurf für das Musical „König der Löwen“. Auch die Künstlerin Bärbel Lange, die an inklusiven Projekten beteiligt war, sprach über ihre Motivation und den Wunsch, kreativ tätig zu sein. „Kunst ist für alle da“, sagte sie und fügte hinzu, dass die neuen Atelierräume eine tolle Gelegenheit bieten, um die eigene Kreativität auszuleben.

Ein Modellprojekt mit Vorbildcharakter

Die Umbauarbeiten für das neue Kunsthaus begannen bereits am 24. Juni und wurden von verschiedenen Akteurinnen begleitet, die sich die Räumlichkeiten anschauten und miteinander ins Gespräch kamen. Steffen Sünkel von der Kulturstiftung des Bundes betonte den Modellcharakter des Kunsthauses, das neue Formen der Zusammenarbeit zwischen behinderten und nicht-behinderten Künstlerinnen erproben möchte. Im Rahmen des Modellprojekts „Inklusive Akademie Köln“, das von 2025 bis 2028 gefördert wird, werden weitere Initiativen zur Förderung der Inklusion im Kunstbereich entwickelt.

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Ein Kurs zur Erstellung einer Bewerbungsmappe wird demnächst angeboten, um interessierten Künstlern den Weg zu einer Bewerbung an Kunstakademien zu erleichtern. Bärbel Lange rief über ein Megaphon zur Freude an der Kunst und zur Zusammenarbeit auf, während Nico Randel Gerechtigkeit und Gleichberechtigung einforderte. Das Kunsthaus Kalk Kollektiv führte sogar eine performative Protestaktion durch, um den Wunsch nach mehr Teilhabe und Sichtbarkeit im Kunstbetrieb zu äußern.

Inklusion in der Kunstszene

Das Kunsthaus Kalk ist mehr als nur ein Ort des Schaffens; es ist ein Symbol für die Bemühungen um Inklusion und Akzeptanz in der Kunstszene. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf Kunstplaza. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, Barrieren abzubauen und Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Talente zu entfalten, unabhängig von ihren individuellen Herausforderungen.