In der Kölner Kirchenlandschaft hat sich in den letzten Tagen ein Sturm zusammengebraut, und es dreht sich alles um die Priesterbruderschaft St. Pius X. Der Vatikan hat die automatische Exkommunikation der Bischöfe dieser Bruderschaft nach unerlaubten Bischofsweihen im Juli festgestellt. Was bedeutet das für die Gläubigen hier im Erzbistum Köln? Eine ganze Menge! Die Piusbrüder, die durch ihre Ansichten und Praktiken bereits im Fokus der Kirche stehen, sind nun offiziell vom Papst ausgeschlossen. Wer sich ihnen anschließt, sei es als Priester oder Laie, muss mit den gleichen Konsequenzen rechnen.

Das Erzbistum Köln hat bereits eindringlich vor der Teilnahme an Gottesdiensten der Piusbrüder gewarnt. In Köln selbst betreiben die Brüder die Kirche „Heilige Drei Könige“, die sie 2010 erworben haben. Darüber hinaus ist das Priorat Christkönig in Bonn zu finden, angesiedelt in einer ehemaligen Kapelle der Rheinischen Landesklinik. Die Kapelle ist Teil eines denkmalgeschützten Ensembles. Doch die größte Präsenz der Piusbruderschaft im Erzbistum Köln zeigt sich in Ruppichteroth. Dort gibt es einen Schulkomplex mit Mädcheninternat, Grundschule, Kindergarten und einer eigenen Kirche. Anwohner berichten, dass das Miteinander mit den Piusbrüdern dort ganz normal verläuft – fast schon wie ein Nachbarschaftsleben.

Ein schismatischer Akt

Die jüngsten Ereignisse sind nicht die ersten ihrer Art. Tatsächlich ist dies die zweite Exkommunikation der Piusbrüder, die erste ging 1988 über die Bühne. Papst Benedikt XVI. hob 2009 die Exkommunikation auf, um den Streit zu beenden und einen Kompromiss zu finden – doch das war wohl ein Schuss in den Ofen. Der Grund für die aktuelle Exkommunikation? Die Bischofsweihen von vier Priestern ohne päpstliches Mandat in der Schweiz. Ein klarer Verstoß gegen das Kirchenrecht. Diese Weihen wurden als schismatischer Akt eingestuft und ziehen automatisch den Kirchenausschluss nach sich. Die Weihenden und die Geweihten haben sich damit von der Gemeinschaft der römisch-katholischen Kirche getrennt.

Die Piusbrüder handeln seit Jahren gegen den Willen des Papstes. Die Sakramente, die sie spenden, sind ungültig. Das betrifft nicht nur die Beichte, sondern auch Eheschließungen und andere Sakramente. Wer sich der Bruderschaft anschließt, wird von der Kirche als schismatisch angesehen. Dies bedeutet nicht nur eine Trennung von Rom, sondern auch, dass die Gläubigen in einem Zustand leben, der als geistlich gefährlich angesehen wird. Die Kirche bietet zwar Unterstützung für alle, die zur vollen Gemeinschaft zurückkehren möchten – aber der Weg zurück kann steinig sein.

Alternativen für traditionell gläubige Christen

Für all jene, die an traditionellen Werten festhalten möchten, gibt es zum Glück Alternativen zur Piusbruderschaft. Die Priesterbruderschaft Sankt Petrus gilt als papsttreu und bietet Gottesdienste an, die auf die Bedürfnisse von gläubigen Christen zugeschnitten sind. So kann man den Glauben leben, ohne in schismatische Strömungen abzudriften. Es bleibt zu hoffen, dass die Gläubigen in Köln und Umgebung diese Möglichkeiten erkennen und für sich nutzen. Die Piusbruderschaft mag ein starkes Netzwerk haben, doch die Warnungen aus dem Vatikan sollten ernst genommen werden. Schließlich geht es um den Glauben und die Zugehörigkeit zur Kirche von Rom – und das ist mehr wert als alle Traditionen und Rituale.

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