Heute ist der 10.06.2026 und es kommt ein frischer Wind durch Köln, denn die Stadt bereitet sich auf eine neue Ära des Zivilschutzes vor. Innenminister Alexander Dobrindt von der CSU hat am 20. Mai massive Investitionen in Höhe von zehn Milliarden Euro bis 2029 angekündigt, um den Zivilschutz in Deutschland zu stärken. Diese Entscheidung wurde nicht ohne Grund getroffen. Die verheerende Ahrflut von 2021, terroristische Bedrohungen und der anhaltende Krieg in der Ukraine haben uns eindringlich vor Augen geführt, wie wichtig ein effektives Krisenmanagement ist.
Köln wird von diesen Investitionen profitieren, auch wenn die genauen Details noch unklar sind. Was wir wissen, ist, dass in unserer Stadt derzeit keine funktionsfähigen Luftschutzräume existieren. Die Stadt hat bestätigt, dass es keine betriebsbereiten Schutzräume gibt, und die Versuchung, stillgelegte Bunker zu reaktivieren, wurde vor vier Jahren als kurzfristig nicht umsetzbar eingestuft. Die Verantwortung für den Bau und die Unterhaltung solcher Schutzräume liegt beim Bund, aber die Stadt Köln hat bereits Maßnahmen in Form von Schutzraumkonzepten initiiert.
Die Rolle des Technischen Hilfswerks
Das Technische Hilfswerk (THW) spielt eine zentrale Rolle im Zivilschutz. Mit etwa 88.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in 669 Ortsverbänden, darunter auch die Kölner Ortsverbände, sind sie stets bereit, bei Katastrophen und Krisen zu helfen. In Köln-Ost, einem von drei Ortsverbänden, sind rund 400 aktive Helfer im Einsatz, um Menschen aus Gefahrenlagen zu retten und bedrohte Sachwerte zu schützen. Sie sind nicht nur lokal, sondern auch international in Ländern wie Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Haiti aktiv und leisten Soforthilfe nach Erdbeben.
Die Kölner THW-Standorte bekommen neue Ausrüstung, darunter Transporter und Schutzanzüge für besondere Gefahrenlagen. Dies ist besonders wichtig, denn die Bundesregierung plant, auch den Zivilschutz insgesamt aufzumotzen. Ein Maßnahmenpaket, das noch in dieser Woche vom Bundeskabinett beschlossen werden soll, zielt auf die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit Deutschlands ab, insbesondere in Anbetracht der russischen Bedrohung.
Schutzräume und Krisenzentren in Köln
In Köln gibt es nur zwei Bunker, die als Schutzräume dienen können: Einer an der U-Bahn-Station Kalk Post, der Platz für 2366 Personen bietet, und ein weiterer am Rudolfplatz mit 1536 Plätzen. Das Nationale Schutzraumkonzept des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zielt darauf ab, geeignete öffentliche Gebäude als Zufluchtsorte zu identifizieren. Doch das digitale Verzeichnis, das über die Warn-App NINA informiert, hat noch keinen Starttermin.
Zusätzlich plant die Stadt Köln die Ausstattung der Tiefgarage am Gesundheitscampus Merheim als Krisenzentrum für bis zu 600 Patienten. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 40 Millionen Euro, aber die Finanzierungszusage vom Bund steht noch aus. Auch wenn die Stadt für etwa ein Prozent der Bevölkerung Feldbetten – also rund 11.000 – für Krisensituationen bereithält, sind weitere Beschaffungen derzeit nicht geplant. Die Planung im Katastrophenschutz wird jedoch kontinuierlich fortgeführt.
Die Bundesregierung hat große Pläne: Bis 2029 sollen über 1.000 Spezialfahrzeuge und 110.000 Feldbetten beschafft werden. Ein Teil dieses Plans besteht darin, bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards für Einsatzkräfte einzuführen, insbesondere im Umgang mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Bedrohungen. Die Idee von Zivilschutz-Unterricht an Schulen ist ebenfalls im Gespräch. So wird deutlich, dass die Vorbereitungen für Krisensituationen in Köln und ganz Deutschland ernsthaft angegangen werden.