Heute ist der 13. Mai und während sich die Kölner Stadtlandschaft sanft im Frühling entfaltet, gibt es auch weniger erfreuliche Nachrichten. Die Kriminalpolizei Köln hat an diesem Tag gleich mehrere Maßnahmen ergriffen, die auf eine besorgniserregende Entwicklung in der Stadt hinweisen. Zwei 14-jährige Jugendliche wurden festgenommen, nachdem Untersuchungshaftbefehle gegen sie vollstreckt wurden. Ein recht untypisches Bild für das Bild, das man von der rheinischen Lebensfreude hat, oder?
Die Ermittlungen, die vom Kriminalkommissariat 43, einer Einheit, die sich auf jugendliche Intensivtäter spezialisiert hat, geführt werden, zielen auf insgesamt acht junge Personen ab – sechs Jugendliche und zwei Kinder. Diese Gruppe soll seit Jahresbeginn in wechselnden Konstellationen über 40 Straftaten begangen haben. Und das sind nicht einfach nur kleinere Delikte. Die Vorwürfe reichen von gewalttätigen Übergriffen, bei denen Passanten auf E-Scootern ins Gesicht gespuckt, geschlagen und getreten wurden, bis hin zu mehreren Motorrollerdiebstählen im Kölner Stadtgebiet.
Intensive Ermittlungen in Köln
Die Durchsuchungen fanden in den Wohnräumen der Verdächtigen und in den Stadtteilen Mülheim, Humboldt-Gremberg und Buchheim statt. Dabei wurden Mobiltelefone und andere Beweismittel sichergestellt. Die Polizei hat sich also nicht lumpen lassen – vier richterliche Durchsuchungsbeschlüsse wurden umgesetzt. Und ehrlich gesagt, das klingt schon nach einem ziemlich heftigen Einsatz. Man fragt sich, was in den Köpfen dieser Jugendlichen vorgeht.
Die Vorfälle sind nicht nur erschreckend, sie werfen auch Fragen auf. Wie kann es sein, dass junge Menschen sich in Gruppen zusammenfinden und so viele Straftaten begehen? Laut dem Bundesjugendministerium tritt die Mehrheit der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen einmalig in Erscheinung. Aber etwa fünf bis zehn Prozent von ihnen sind Wiederholungstäter, wobei es eine kleine Gruppe von „Intensivtätern“ gibt, die immer wieder schwerere Straftaten begehen. Oftmals sind diese Jugendlichen mit komplexen Problemlagen konfrontiert – soziale Benachteiligung, Gewalterfahrungen in der Familie, Schulprobleme und vieles mehr. Es ist ein Teufelskreis, aus dem sie schwer herauskommen.
Gesellschaftliche Verantwortung und Prävention
Die Kriminalitäts- und Gewaltprävention hat in den letzten 20 Jahren an Bedeutung gewonnen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Konzepte, die darauf abzielen, Kinder- und Jugendkriminalität zu vermeiden. Die Zusammenarbeit von Polizei, Schulen und Jugendhilfe wird stetig verstärkt, um frühzeitig eingreifen zu können. Dennoch – die Frage bleibt, wie man diesen Jugendlichen, die oft aus schwierigen Verhältnissen kommen, wieder Perspektiven bieten kann.
Die Polizei Köln hat die Ermittlungen zur Sache fortgesetzt und erwartet weitere Informationen nach Abschluss der Untersuchungen. Die Kölner Bevölkerung wird auch um Hinweise zu weiteren Tatverdächtigen gebeten. Es ist ein Aufruf an die Gemeinschaft, nicht wegzuschauen. Denn nur gemeinsam können wir versuchen, solche Entwicklungen zu stoppen und unseren Kindern eine bessere Zukunft zu bieten.