Heute ist der 29.05.2026 und in Höhenberg, einem der Kölner Stadtteile, die oft als „Problemviertel“ bezeichnet werden, gibt es Grund zur Freude. Franz Meurer, der 75-jährige Pfarrer, hat die Mevlüde-Genc-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Diese Auszeichnung würdigt seinen unermüdlichen Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Unterstützung benachteiligter Menschen sowie seinen außergewöhnlichen interkulturellen und interreligiösen Dialog. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hob in seiner Ansprache hervor, wie wichtig Meurers Engagement in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen ist. Ein echtes Licht in dunklen Zeiten!
Franz Meurer ist nicht einfach nur ein Pfarrer – er ist eine Institution in Höhenberg und Vingst. Seit 1992 leitet er die katholische Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth und hat sich mit einer Reihe von sozialen Projekten einen Namen gemacht. Da gibt es die Kleiderkammer, die Lebensmittelausgaben und vor allem Unterstützung für Familien, Kinder und Jugendliche. Man könnte sagen, er ist der gute Geist dieser Stadtteile, in denen etwa 23.000 Menschen leben, von denen fast 4.000 auf Sozialhilfe angewiesen sind. Ein Drittel der Bevölkerung ist ausländischer Herkunft. Hier ist der Bedarf an sozialer Unterstützung und interkultureller Verständigung enorm.
Ein Leben für den Dialog
Der Pfarrer ist ganz klar auch ein Brückenbauer. Sein Engagement für den Dialog zwischen Christen und Muslimen ist bemerkenswert. Da gibt es diese Geschichte, als er während einer katholischen Messe eine Kollekte zugunsten des Baus der Kölner Zentralmoschee hielt. Das hat überregionale Aufmerksamkeit erregt! In einer Zeit, in der viele Spaltungen zu beobachten sind, zeigt Meurer, wie wichtig gegenseitiger Respekt und Verständnis sind. Er versucht, die Menschen zusammenzubringen, nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten. Das war nicht immer einfach, das kann ich euch sagen. Konflikte mit der rechtsextremen Bürgerbewegung pro NRW machen das Ganze nicht leichter. Doch Meurer bleibt standhaft.
Man sagt, er sei ein unkonventioneller Pfarrer – und das nicht ohne Grund. Er hat eine Vorliebe für kreative Aktionen und hat zum Beispiel Kunstausstellungen unter dem Motto „Kunst – Signale aus Vingst“ organisiert. Dabei wird deutlich, dass er auch die Verbindung von Liturgie und Diakonie in seiner Seelsorge ganz groß schreibt. Seine zahlreichen Auszeichnungen, darunter der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen und der Ehrenring des Rheinlandes, sind ein Zeichen für die Anerkennung seiner Arbeit.
Ein Leben voller Einsatz
Franz Meurer ist am 1. Oktober 1951 in Köln geboren und studierte Sozialwissenschaften und katholische Theologie. Seit 1978 ist er Priester, hat als Kaplan in verschiedenen Kölner Pfarreien gedient und ist seit den 1980er-Jahren aktiv im Arbeitskreis Pastoraler Dienste im Erzbistum Köln. Sein Herz schlägt für die Menschen und deren Anliegen. Er organisiert Ferienfreizeiten für Kinder und setzt sich für die Aufnahme von Flüchtlingen ein. Dabei ist es ihm wichtig, dass die Kirche ein Ort der Begegnung bleibt. Natürlich hat er auch klare Standpunkte – etwa zur Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche und zur Rolle der Kirche im Missbrauchsskandal.
Die Mevlüde-Genc-Medaille wird ihm im Sommer bei einer Feierstunde verliehen. Diese Medaille erinnert an die Solinger Brandanschläge von 1993 und ehrt Personen und Gruppen, die sich für Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Namensgeberin ist Mevlüde Genc, die zur Symbolfigur für Versöhnung wurde. Es ist ein schöner Moment für einen Mann, der so viel für seine Gemeinde getan hat. Und während er am 30. September 2026 in den Ruhestand geht, bleibt sein Erbe und seine Botschaft der Hoffnung und des Zusammenhalts in den Herzen vieler Menschen lebendig. Ein Vorbild, das man nicht so schnell vergisst!