In der Kölner Philharmonie war am Sonntagabend die Stimmung einfach magisch. Steve Hackett, der legendäre Gitarrist von Genesis, betrat die Bühne und ließ die Herzen der Fans höher schlagen. Ein ausverkaufter Saal, der förmlich vibrierte vor Vorfreude und Nostalgie – das war ein Erlebnis der besonderen Art! Gänsehaut-Feeling war vorprogrammiert, als er mit dem Stück „Devil’s Cathedral“ loslegte, einem Song, der vor fünf Jahren das Licht der Welt erblickte. Die Geschichte, die Sänger Nad Sylvan dazu erzählte, ließ das Publikum schaudern. Es ging um einen hinterhältigen Plan eines Schauspielers – ein spannender Einstieg in einen unvergesslichen Abend.
Die erste Hälfte des Konzerts war ganz dem Solo-Material von Hackett gewidmet. Stücke wie „Ace of Wands“ und „Shadow of the Hierophant“ kamen zum Einsatz. Besonders beeindruckend war das Fingertapping-Solo in „Shadow of the Hierophant“, das die Zuhörer förmlich in eine andere Dimension entführte. Die brandneue Bandbesetzung, zu der auch Lalle Larsson am Keyboard und Felix Lehrmann am Schlagzeug gehörten, trug ihren Teil zur außergewöhnlichen Atmosphäre bei. Die Mischung aus verschiedenen Musikstilen – von Prog-Rock über Folk bis hin zu Jazz – machte das Ganze zu einem akustischen Erlebnis, das seinesgleichen suchte.
Ein Abend voller Klassiker
Nach einer kurzen Pause war es dann so weit: Hackett und seine Band tauchten tief in die frühen Jahre von Genesis ein. Klassiker wie „The Cinema Show“ und „Supper’s Ready“ sorgten dafür, dass das Publikum nach jedem Stück von den Plätzen aufsprang, um den Künstlern stehend zu applaudieren. Es war ein Moment, der die Zeit stillstehen ließ – für viele Zuschauer, die zwischen 50 und 70 Jahre alt waren, weckte die Musik nostalgische Erinnerungen. Die Live-Versionen waren dynamischer und rhythmisch drängender als die Studioaufnahmen, was das Ganze noch packender machte.
Hackett selbst war ein Meister seines Fachs. Mit seiner Gitarre erzeugte er Klänge, die an eine Sirene oder eine Leier erinnerten. Diese Vielfalt an Tönen und Stilen zeigte einmal mehr, warum er einen so hohen Stellenwert in der Musikszene hat. Während des Konzerts wurden Hits wie „Dancing With the Moonlit Knight“ und „Firth of Fifth“ gespielt, die das Publikum in Ekstase versetzten. Und als das Konzert sich dem Ende näherte, gab es noch eine Zugabe: „Dance on a Volcano“ und „Los Endos“ – ein krönender Abschluss, der alles andere in den Schatten stellte.
Die Legende Hackett
Steve Hackett, geboren am 12. Februar 1950 in London, ist eine lebende Legende. Von 1971 bis 1977 war er der Lead-Gitarrist von Genesis und hat maßgeblich zu sechs Studioalben und vielen Live-Aufnahmen beigetragen. Er verlässt die Band, als diese sich in Richtung Popmusik bewegte, um seine eigene kreative Freiheit zu suchen. Sein Debüt-Soloalbum „Voyage of the Acolyte“ erschien 1975 und legte den Grundstein für eine beeindruckende Solokarriere. Inzwischen hat er zahlreiche Alben veröffentlicht, die eine beeindruckende Bandbreite an Stilen abdecken. Auch heute noch begeistert er seine Fans mit neuen Werken und geht auf Tour – wie zuletzt in Köln.
Sein Auftritt war nicht nur eine Hommage an die alte Zeit, sondern auch ein Beweis dafür, dass gute Musik zeitlos bleibt. Hackett hat es geschafft, die Magie von Genesis lebendig zu halten und gleichzeitig sein eigenes künstlerisches Erbe zu formen. Ein Abend, der in die Geschichtsbücher eingehen dürfte – und das nicht nur für die treuen Fans. Ehrlich gesagt, ich kann es kaum erwarten, ihn wieder live zu sehen!