Der Ebertplatz, ein Ort mit einer bewegten Geschichte, steht erneut im Fokus der Kölner Öffentlichkeit. Die Stadt hat sich entschieden, drei Zugänge zur Westpassage zu schließen. Diese Maßnahme, die ursprünglich für Ende Juni geplant war, verzögert sich nun bis zum 17. Juli 2026. Die Kosten, die ursprünglich bei 175.000 Euro lagen, sind inzwischen auf beeindruckende 533.000 Euro gestiegen. Ein Grund dafür: Die neuen Betondeckel müssen für schwere Einsatzfahrzeuge geeignet sein. Kein leichtes Unterfangen, wenn man an die Probleme denkt, die dieser Platz in der Vergangenheit verursacht hat.

Die Westpassage, die als dunkler Anlaufpunkt für Drogendealer galt, wird durch diese Schließung sicherer gemacht. Zu den Maßnahmen gehören auch die Entfernung defekter Rolltreppen und Treppen für Fußgänger. Für viele war der Ebertplatz ein Ort des Unbehagens, besonders nach den tragischen Todesfällen im Jahr 2017 und 2019. Daher ist das Ziel der Stadt klar: Ein sicherer und einladender Ebertplatz, der auch die Kriminalität eindämmt. Aber die Diskussion über den Umbau zieht sich bereits seit 25 Jahren hin.

Ein Platz voller Widersprüche

Die Schließung der Zugänge, die am Sudermanplatz, bei der Bäckerei Heinemann und an der Ecke Ebertplatz/Neusser Straße stattfinden wird, ist nicht nur eine bauliche Maßnahme, sondern auch ein Zeichen für die anhaltenden Probleme am Ebertplatz. Der NRW-Innenminister Herbert Reul hat diesen Ort sogar als „größtes Drogenkaufhaus von NRW“ bezeichnet. Das ist schon eine Ansage, oder? Die Westpassage wurde als besonders kritisch für die Kriminalitätsprävention eingestuft, was das Ausmaß der Problematik verdeutlicht.

Die Stadt hat in den letzten Jahren viel Geld in das Interimsprogramm investiert, um den Platz mit Brunnen und Gastronomie zu beleben. Doch trotz dieser Bemühungen bleibt die Kriminalität ein ernstes Thema. Die Verwaltung hat sogar eingeräumt, dass die Zwischennutzung keine positiven Auswirkungen auf die Kriminalstatistiken hatte. Irgendwie schon frustrierend, wenn man bedenkt, wie viel Energie und Ressourcen in diese Projekte geflossen sind.

Ein Blick in die Zukunft

Die vollständige Neugestaltung des Ebertplatzes wird voraussichtlich erst nach 2030 stattfinden. Bis dahin bleibt die Passage zwischen Eigelstein und Neusser Straße nutzbar, während die Zugänge verrammelt werden. Die Arbeiten sollen im dritten Quartal 2025 beginnen. Burkhard Wennemar, der Vorsitzende des Bürgervereins Eigelstein, unterstützt die Schließung der Zugänge, um die Polizeiarbeit zu erleichtern. Und auch die CDU-Politiker fordern eine attraktivere Gestaltung der verbleibenden Achse. Wer weiß, vielleicht wird der Ebertplatz eines Tages wieder zum Puls der Stadt?

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Bis dahin bleibt es spannend, wie sich die Situation entwickeln wird. Der Ebertplatz – ein Ort, der in seiner Geschichte bereits viele Gesichter gezeigt hat und sicher noch viele Überraschungen bereithält.