In Köln gibt es derzeit viel Gesprächsstoff, vor allem wenn es um die Stadtverwaltung geht. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 21.751 Mitarbeitende – das sind 97 weniger als im Vorjahr. Ein Personalbericht hat nun die Einschnitte in der Verwaltung thematisiert, und die Reaktionen darauf sind gemischt. Während die Stadtverwaltung von einer „modernen Reduzierung“ spricht, spüren viele Mitarbeitende Unmut und Verunsicherung. Die geplanten Einsparungen von drei Prozent der Personalkosten im Doppelhaushalt 2027/2028, also rund 50 Millionen Euro, sorgen für Unbehagen. Oberbürgermeister Torsten Burmester bezeichnete die Haushaltslage als „dramatisch“ und kündigte an, dass die Führungskräfte klare Prioritäten setzen und Prozesse überprüfen müssen.

Die Sorgen gehen weit über Zahlen und Statistiken hinaus. Der Drogenkonsumraum am Neumarkt musste an Samstagen schließen, weil es einfach an Personal fehlt. Auch die Führerscheinstelle im Kundenzentrum Chorweiler ist seit dem 10. April dicht – und die Bürgerinnen und Bürger sollen nun in die Innenstadt fahren. Eine echte Herausforderung, wenn man bedenkt, dass die Terminbuchungen in den verschiedenen Kundenzentren ohnehin schwierig sind. Und was ist mit der Kölner Jugendhilfe? Die drohenden Schließungen von Gruppen und unzureichenden ambulanten Betreuungen werfen einen Schatten auf die Zukunft der Stadt.

Die Personalkosten im Fokus

Die Stadtverwaltung betont, dass es nicht darum geht, mit weniger Mitarbeitenden die gleiche Arbeitslast zu bewältigen. Stattdessen soll eine ehrliche Aufgabenkritik im Vordergrund stehen. Doch die hohe Zahl der altersbedingten Austritte – bis 2035 könnten über 5.000 Mitarbeitende in Rente gehen – wirft Fragen auf. Das Durchschnittsalter der städtischen Mitarbeitenden liegt bereits bei 45,3 Jahren. Ein Viertel des aktuellen Personals könnte also bald fehlen. Um den Status quo zu halten, müsste die Stadt jährlich 600 neue Mitarbeiter einstellen. Das klingt nach einer Mammutaufgabe!

Immerhin gibt es Lichtblicke: Im Jahr 2025 gab es eine hohe Resonanz auf Stellenausschreibungen – 1.152 interne und 279 externe Stellen wurden ausgeschrieben, mit über 15.000 externen Bewerbungen. Die Stadtverwaltung setzt auf Marketingmaßnahmen und Messeauftritte in Mangelberufen, um talentierte Köpfe zu gewinnen. Zudem wurden 676 Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, und die durchschnittliche Zufriedenheit der Mitarbeitenden liegt bei einer beeindruckenden Note von 1,4. Es scheint also, dass inmitten der Herausforderungen auch Chancen bestehen.

Ein Blick in die Zukunft

Eine digitale Lernplattform namens „LernStadt Köln“ wurde eingeführt, und das Bewerbermanagementsystem wurde modernisiert. Das alles geschieht, um die Mitarbeitenden zu halten und die Ausbildung zu fördern. Im Ausbildungsjahr 2025 wurden 308 neue Auszubildende eingestellt, und 262 Nachwuchskräfte schlossen ihre Ausbildung erfolgreich ab. Dennoch gibt es in den kommenden Jahren eine Herausforderung: Der ohnehin hohe Anteil an altersbedingten Austritten könnte die Stadtverwaltung weiter unter Druck setzen. Über 9 Prozent der Mitarbeitenden haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, und fast 10 Prozent sind schwerbehindert – das zeigt die Vielfalt im städtischen Personal.

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Die Stadt Köln steht also an einem Scheideweg. Mit einem Gesamtbudget von über 6,7 Milliarden Euro und einem Fehlbetrag von rund 582 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr ist klar, dass es nicht einfach wird. Aber vielleicht, nur vielleicht, kann die Stadt durch gezielte Maßnahmen und eine kluge Personalstrategie aus dieser schwierigen Lage herausfinden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Stadt Köln in der Lage ist, aus der Krise zu lernen und neue Wege zu beschreiten.