Heute ist der 30.04.2026. In der Altstadt-Nord von Köln bleibt der Blick auf das Römisch-Germanische Museum (RGM) weiterhin getrübt. Die Schließung des Museums am Roncalliplatz Ende 2018 war nur der Anfang einer langen Geschichte voller Verzögerungen und Komplexität. Die Stadt Köln hat erst kürzlich eine Mitteilung veröffentlicht, die den aktuellen Stand der Sanierung beleuchtet. Leider hat mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten noch nicht begonnen.
Der Rückbau des Museums ist bereits abgeschlossen, und das Gebäude ist leergeräumt. Doch trotz einer seit 13 Monaten vorliegenden Baugenehmigung zieht sich die Suche nach einem geeigneten Generalunternehmer weiter hin. Die Frist für die Bewerbungen endet erst am 6. Januar 2025, und die Stadt verhandelt weiterhin mit potenziellen Firmen. Ursprünglich sollte die Beauftragung zwischen Juli und September 2022 erfolgen. Diese Planung hat sich jedoch als illusorisch herausgestellt, da das Verhandlungsverfahren sich in der „finalen Phase“ befindet, die allerdings noch nicht abgeschlossen ist.
Komplexe Sanierungsarbeiten im Fokus
Die Verzögerungen betreffen nicht nur die Vergabe der Arbeiten, auch der Bau selbst soll nun erst 2026 beginnen, mit einer Fertigstellung im dritten Quartal 2029. Das bedeutet, dass die Kölnerinnen und Kölner elf Jahre nach der Schließung wieder in die archäologischen Schätze des Museums eintauchen können. Insgesamt sind für die Sanierung 169 Millionen Euro eingeplant, davon 20 Millionen Euro für den Generalunternehmer als Zuschlag. Der Generalunternehmer wird sowohl das Gebäude von 1974 sanieren als auch das Museum herrichten, was unter anderem den Vitrinenbau und den Schutz der Großexponate umfasst.
Doch nicht nur das RGM steht vor Herausforderungen. Die Sanierung der Decken über der Dombauhütte und einer Trafostation hat bereits 2022 begonnen. Bei der Öffnung der Decken wurden Schäden entdeckt, die eine Schadstoff- und Betonsanierung erforderten. Die Decke über der Dombauhütte, eine „Röhbaudecke“ aus den 1960er Jahren, wies Hohlräume aus Pappröhren auf, was auf die Notwendigkeit einer aufwändigen statischen Verstärkung hinweist. Diese Arbeiten werden in zwei Bauabschnitten durchgeführt, wobei der Rückbau im Innenbereich des Museums bis ins erste Quartal 2024 abgeschlossen sein soll.
Die Zukunft des Römisch-Germanischen Museums
Das RGM bewahrt das archäologische Erbe der Stadt und des Umlandes, mit Funden, die von der Urgeschichte bis ins frühe Mittelalter reichen. Während die Stadt an der Sanierung des Museums arbeitet, wurde ein provisorisches Zuhause für das RGM im umgebauten Belgischen Haus geschaffen, das etwa 1,5 Kilometer entfernt an der Cäcilienstraße liegt. Hier können die Besucherinnen und Besucher zumindest einen Teil der bedeutenden Sammlung bewundern, während sie auf die Wiedereröffnung des eigentlichen Standorts warten.
Die Stadt Köln plant, dass die Instandsetzung einer Brüstung zum Innenhof der Dombauhütte bis Mitte Oktober 2025 abgeschlossen sein wird. Der Schutz der verbliebenen Exponate, wie das Dionysos-Mosaik und das Grabmal des Poblicius, erfolgt durch fachgerechtes Einhausen. Die letzte Sperrung auf dem Roncalliplatz wurde im Juli 2025 aufgehoben, und die Baustelle ist mit einem ansprechenden Layout gestaltet worden, um die Besucher über den Fortschritt der Arbeiten zu informieren.
Die Sanierung des Römisch-Germanischen Museums ist ein komplexes Unterfangen, das viele Facetten umfasst. Die Stadt Köln ist sich der Bedeutung des Museums für das kulturelle Erbe bewusst und setzt alles daran, die Arbeiten voranzutreiben. Dennoch bleibt abzuwarten, ob die Herausforderungen, die sich in den letzten Jahren ergeben haben, nun endlich gemeistert werden können, damit Köln bald wieder in die faszinierende Welt der Antike eintauchen kann.