Die Hitzewelle im Juni hat Deutschland stark getroffen. In der Woche vom 22. bis 28. Juni, als die Temperaturen an vielen Orten über die 40-Grad-Marke schossen, starben rund 4.300 Menschen aufgrund der extremen Hitze. Das ist eine Zahl, die einem das Herz schwer macht. Über 80% dieser Hitzetoten waren ältere Menschen, vor allem über 75 Jahre alt. Das zeigt nicht nur die Verwundbarkeit dieser Bevölkerungsgruppe, sondern auch, dass wir, als Gesellschaft, handeln müssen.

Die Zahlen sind alarmierend: Die Hitzetoten in diesem Jahr übersteigen bereits die Werte der Vorjahre bis einschließlich 2020. Im Jahr 2018 waren es rund 8.000 hitzebedingte Todesfälle, 2019 etwa 7.000. Und jetzt, im Jahr 2026, ist die Zahl von über 5.000 hitzebedingten Todesfällen bereits erreicht. Das macht deutlich, dass wir uns in einem besorgniserregenden Trend befinden. Die Übersterblichkeit in dieser kritischen Woche lag bei 6.800 Fällen. Hierbei handelt es sich um mehr Menschen, als normalerweise zu erwarten wäre. Hitze wird oft nicht als alleiniger Todesgrund erfasst, was die Erhebung von Hitzetoten zusätzlich erschwert.

Die gesundheitlichen Auswirkungen der Hitze

Wissenschaftler des Science Media Center in Köln haben erklärt, dass viele Menschen aufgrund einer Kombination von Faktoren wie Vorerkrankungen und Hitze sterben. Besonders gefährdet sind Menschen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder der Nieren. Hitze kann bestehende Erkrankungen verschlimmern und sogar schwerwiegende Nebenwirkungen bei bestimmten Medikamenten auslösen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bereits darauf hingewiesen, dass der Anstieg der Sterbefälle in Hitzeperioden ein Muster ist, das sich immer wieder zeigt.

Angesichts dieser erschreckenden Situation forderte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dröge, ein Sofortprogramm zum Hitzeschutz, insbesondere für ältere Menschen, Krankenhäuser und Schulen. Greenpeace bezeichnete die Hitze als „stillen Killer“ und forderte finanzielle Unterstützung für Kommunen zur Verbesserung des Hitzeschutzes. Auch wenn es in den letzten Jahren bereits einige Fortschritte gab, ist noch viel zu tun.

Hitzeaktionspläne und ihre Bedeutung

In Deutschland liegt die Verantwortung für den Gesundheitsschutz vor Hitze bei den Ländern. Hier kommen die Kommunen ins Spiel: Sie sind zuständig für die Ausarbeitung und Umsetzung von Hitzeaktionsplänen (HAPs). Diese sollen die Bevölkerung vor Ort vor den Gefahren von Hitzephasen schützen. Umfassende Empfehlungen zur Erstellung dieser Pläne wurden bereits 2017 von Bund und Ländern erarbeitet, basierend auf einer WHO-Leitlinie.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Maßnahmen im Hitzeaktionsplan können sehr unterschiedlich sein. Es geht um neue Konzepte der Stadtgestaltung, mehr Stadtgrün, Informationskampagnen und spezielle Handlungsabläufe in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Die Idee ist, dass diese Pläne ortsspezifische Gegebenheiten berücksichtigen, damit sie effektiv wirken können. Immer mehr Bundesländer und Kommunen setzen bereits eigene Hitzeaktionspläne um oder planen dies. Das Bundesministerium für Gesundheit aktualisiert jährlich die Maßnahmen im Hitzeschutzplan Gesundheit. Ziel ist es, wissenschaftliche Kenntnisse zu Hitze zu verbessern und bestehende Initiativen besser zu vernetzen.

Insgesamt ist klar: Der Klimawandel bringt eine Zunahme extremer Hitze mit sich, und wir müssen uns darauf vorbereiten. Effizienter Hitzeschutz ist nicht nur wünschenswert, er wird zur Notwendigkeit. Nur so können wir die gesundheitlichen Herausforderungen, die die Hitze für unsere Gesellschaft mit sich bringt, meistern. Das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber wir brauchen mehr. Der intersektorale Austausch zwischen dem RKI, dem Bundesministerium für Gesundheit und anderen Institutionen ist essenziell, um die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze kontinuierlich zu überwachen und darauf zu reagieren.