Heute ist der 21.04.2026. Die Flugreisewelt atmet auf: Nach fünf turbulenten Streiktagen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo beschlossen, ihre Aktionen bei der Lufthansa und der Tochtergesellschaft Cityline vorerst auf Eis zu legen. Das bedeutet, dass die Passagiere vorläufig nicht mit weiteren Streiks rechnen müssen. Seit Samstag, dem 18. April, starten die Flüge der Airline wieder nach Plan.
Doch die letzten Wochen waren alles andere als entspannt für viele Reisende. Zehntausende mussten ihre Reisepläne ändern und sich mit Annullierungen und Verspätungen auseinandersetzen. Was viele nicht wissen: Bei Flugausfällen oder Verspätungen aufgrund von Streiks haben die Reisenden Anspruch auf Unterstützungsleistungen, Verpflegung und sogar Unterbringung. Die Airline muss jedoch keine Entschädigung zahlen, wenn sie sich auf außergewöhnliche Umstände berufen kann. Ein Streik des eigenen Personals wird in der Regel jedoch nicht als solcher gewertet, was eine Entschädigungspflicht nach sich ziehen kann.
Rechte der Passagiere
Für die Fluggäste bedeutet dies, dass sie bei Annullierungen oder Verspätungen von mehr als drei Stunden gemäß der EU-Fluggastrechte-Verordnung Entschädigungsansprüche geltend machen können. Die Airline ist verpflichtet, die gebuchte Beförderung sicherzustellen und im Fall eines Flugausfalls eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Dabei müssen Reisende jedoch darauf achten, Belege für eventuell entstandene Ausgaben aufzubewahren, falls die Airline keine entsprechenden Leistungen bereitstellt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Reisende, die ihren Flug nicht antreten möchten, vom Vertrag zurücktreten können und den Ticketpreis zurückerhalten. Besonders für Pauschalreisende ist es von Bedeutung, dass in solchen Fällen der Reiseveranstalter der erste Ansprechpartner ist und nicht die Fluggesellschaft. Wer sich unsicher ist, kann den ADAC Entschädigungsrechner nutzen, um schnell zu prüfen, welche Ansprüche bestehen.
Alternativen für Reisende
Falls es zu Flugausfällen kommt, stehen Reisenden mehrere Alternativen zur Verfügung. Mietwagen, Fernbusse, Autos oder die Bahn können in solchen Fällen eine gute Option sein. Besonders praktisch: Innerdeutsche Tickets können in Fahrkarten für die Bahn umgewandelt werden. Die Umbuchungsoptionen werden in der Regel über die Lufthansa-App angezeigt, die auch für aktuelle Informationen zu Flugausfällen oder -verschiebungen genutzt werden kann.
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass die Verhandlungsbereitschaft der Gewerkschaften ein Schritt in die richtige Richtung ist. Doch wie schnell sich die Situation ändern kann, verdeutlichen bereits die angekündigten Streiks der Pilotengewerkschaft Cockpit am 12. und 13. März 2026, die zu massiven Beeinträchtigungen im Flugverkehr führen könnten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gespräche zwischen den Gewerkschaften und der Lufthansa entwickeln werden.