Am Fischmarkt in Köln tut sich was! Die Baugenehmigung für den Wiederaufbau der Giebelhäuschen ist endlich erteilt worden, und das im Juni 2023. Das klingt doch erst mal vielversprechend, oder? Doch die Sache hat einen Haken: Der Zeitplan für die weiteren Arbeiten bleibt unklar. Immerhin, die Hamburger Immobilienentwickler von Centralis haben das Hotel „Kleines Stapelhäuschen“ 2021 in die Finger bekommen und sind jetzt am Werk. Bei den Sanierungsarbeiten sind marode Fachwerkstrukturen zutage getreten, die man jetzt nicht einfach ignorieren kann.

Im November 2023 soll der Abbau der Giebelhäuschen bis auf die gemauerten unteren Geschosse beginnen. Die gute Nachricht: Drei weitere Giebelhäuschen sind nicht betroffen, da diese kein Fachwerk-Inneres mehr haben. Architekt Paul Böhm, der das Projekt Anfang 2025 übernommen hat, plant einen Wiederaufbau, der jedoch nicht ohne Kontroversen bleibt. Die geplante Fassadenfarbe wird zurückhaltende Cremefarben sein. Eine Rekonstruktion der ursprünglichen Farben, die einst in Orange und Grün leuchteten, wird nicht in Angriff genommen. Und das ist nur der Anfang der Diskussionen.

Kritik aus der Denkmalschutzszene

Die Kölner Gruppe des Denkmalschutzvereins „Stadtbild Deutschland“ übt scharfe Kritik an Böhms Planungen. Vor allem die Tatsache, dass historisierende Maueranker aus der NS-Zeit nicht wieder hinzugefügt werden sollen, sorgt für Unmut. Auch Änderungen an Form und Anzahl der Fenster sind nicht unumstritten. Die Denkmalschutzvereine haben sogar einen offenen Brief an die Stadt Köln verfasst, in dem sie eine originalgetreue Wiederherstellung der Holzkonstruktion fordern. Schließlich stammen die Giebelhäuschen aus dem 16. Jahrhundert und sind beliebte Fotomotive für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Ein bisschen wie ein Stückchen Köln, das man einfach braucht!

Doch was macht die Stadt? Stadtkonservator Thomas Werner hat klargemacht, dass dem Investor nur „grobe Vorgaben“ für den Wiederaufbau gemacht werden. Unter diesen Vorgaben finden sich ein Steildach mit vorheriger Trauflänge und Firstlinie sowie ein Schieferdach. Eine Rekonstruktion des Fachwerks wird nicht vorgeschrieben, was die Kritiker als formalen Fehler der Denkmalpflege betrachten. Die verbliebenen Fachwerkhäuser im Martinsviertel gelten als letzte Zeugen der Baugeschichte Kölns. Mit jedem abgerissenen Fachwerkhaus schwindet ein Stück Geschichte, und das macht einen schon nachdenklich.

Herausforderungen beim Wiederaufbau

Wie sieht es eigentlich mit den Herausforderungen bei der Instandhaltung und dem Wiederaufbau von Fachwerkhäusern aus? Fachwerkhäuser unter Denkmalschutz erfordern spezifische Richtlinien, die bei Sanierungen und Modernisierungen unbedingt befolgt werden müssen. Dabei ist der Kontakt zur zuständigen Denkmalschutzbehörde unerlässlich. Die Genehmigungspflicht für umfassende Sanierungen und kleinere Veränderungen ist ein weiteres Thema, das nicht unterschätzt werden darf. Und nicht zu vergessen: Der Schutz vor Feuchtigkeit ist entscheidend! Feuchtigkeit kann durch Schlagregen und aufsteigende Bodenfeuchte eindringen und die Holzkonstruktion nachhaltig schädigen.

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Um das zu verhindern, gibt es verschiedene Maßnahmen – vom ausladenden Dachüberstand bis hin zu sorgfältigen Sockelgestaltungen. Ein erfahrener Zimmermann ist unerlässlich, um die Holzkonstruktion zu erhalten. Diese Fachleute sind wahre Meister ihres Fachs und kümmern sich um alles: von der Inventur der Holzkonstruktion über die Verwendung traditioneller Holzverbindungen bis hin zum Austausch schadhafter Balken. Ein bisschen wie ein Puzzle, bei dem jedes Teil an seinen Platz gehört!

Im Hintergrund wird auch an der Entwicklung von 31 „Serviced Apartments“ im neuen Gebäudekomplex gearbeitet. Das Restaurant „Feinfein“ musste im April 2023 wegen der Sanierungsarbeiten schließen und wird seitdem von Planen verdeckt. Man darf gespannt sein, wie sich alles weiterentwickelt. Die Zukunft der Giebelhäuschen bleibt auf jeden Fall ein spannendes Thema in Köln, und wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht!