Erfurt im Aufruhr: Ein Protestmeer gegen den AfD-Bundesparteitag
Heute, am 4. Juli 2026, brodelt es in Erfurt. Tausende von Menschen haben sich versammelt, um gegen den AfD-Bundesparteitag zu protestieren. Man könnte meinen, die Stadt wäre in ein buntes Meer aus Transparente und Schilder getaucht, auf denen mit großen Buchstaben „Kein Frieden mit der AfD“ und „Stoppt die Brandstifter“ steht. Laut Polizei sind etwa 15.000 Demonstranten auf den Beinen, während andere Schätzungen sogar von bis zu 20.000 sprechen. Ein echtes Spektakel, das sich da abspielt!
Die Lage ist angespannt. Aktivisten haben Zufahrtswege versperrt und blockieren die Autobahn 71, während die Polizei mit einem riesigen Aufgebot von rund 6.000 Beamten, unterstützt von Kräften aus anderen Bundesländern, vor Ort ist. Sie appellieren an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Und tatsächlich, die Proteste verlaufen bisher weitgehend friedlich. Singen, jubeln und ein großes Regenbogenbanner dazu – das ist die Stimmung hier. Die Erfurter Ordnungsdezernentin zeigt sich erleichtert über den bisherigen Verlauf der Nacht.
Ein Ort mit Geschichte
Der heutige Parteitag hat auch eine symbolische Dimension. Fast auf den Tag genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag in Weimar, der am 3. und 4. Juli 1926 stattfand, findet hier ein Event statt, das viele Menschen in Aufruhr versetzt. Es ist ein schmaler Grat zwischen Demokratie und Extremismus, den die Bürger hier zu beschreiten versuchen. Rund 600 Delegierte sind eingeladen, und der Parteitag beginnt offiziell, wenn mindestens 50% von ihnen anwesend sind. Das ist keine einfache Aufgabe, wenn sich der Zugang zum Messegelände durch die Polizei sperren lässt.
Die Proteste sind gut organisiert, mehrere Gruppen und Bündnisse wie „Widersetzen“ haben Blockaden geplant. Über 30 Versammlungen von AfD-Gegnern sind im Stadtgebiet angemeldet. Die Beteiligung ist bunt gemischt: Gewerkschaften, Kirchen, zivilgesellschaftliche Organisationen, sogar die „Omas gegen Rechts“ zeigen Flagge. Wie viele gewaltbereite Linksextremisten tatsächlich anreisen werden, ist unklar, aber die Sicherheitskräfte befürchten einen Zustrom von bis zu 2.500.
Die Polizei in Alarmbereitschaft
Wasserwerfer und andere Einsatzmittel stehen bereit, während die Beamten darauf hoffen, dass es ohne größere Zwischenfälle bleibt. Bisher gab es keine Räumungen, und die Stimmung bleibt weitgehend friedlich. Dennoch gibt es Berichte, dass das Bürgerbüro der AfD und Beamte mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen wurden. Ein Zeichen, dass die Geduld vieler Menschen am Limit ist.
Die Stadt Erfurt hat sich auch rechtlich zu Wort gemeldet und eine Beschwerde gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Weimar eingelegt, die Demonstrationen in bestimmten Straßen untersagt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, denn die Luft ist voller Spannung, und der Tag hat gerade erst begonnen. Die Delegierten werden in Bussen, begleitet von Polizeiwagen, zum Messegelände gebracht, während draußen die Stimmung kocht.
