In Köln Ehrenfeld wird ein bedeutendes Jubiläum gefeiert: Die Friedenskirche, die älteste evangelische Kirche im Kölner Norden, wird 150 Jahre alt. Die Grundsteinlegung fand Ende April 1876 statt, während die feierliche Einweihung des klassizistischen Sakralbaus im Dezember desselben Jahres begangen wurde. Dieses Jubiläum wird von der Evangelischen Gemeinde Ehrenfeld mit einer besonderen Feier gewürdigt, doch die Freude wird durch dringenden Sanierungsbedarf überschattet.

Pfarrer Stefan Dross äußert Bedenken hinsichtlich der baulichen Substanz der Friedenskirche. Die Sanierung soll sich vor allem auf die Instandhaltung konzentrieren, ohne größere Veränderungen am historischen Backsteinbau vorzunehmen, der zudem unter Denkmalschutz steht. Die Kosten für ein Baugerüst belaufen sich auf etwa 130.000 Euro, was in Anbetracht des Mitgliederschwunds in den Kirchengemeinden, wie dem Rückgang der Gemeindeglieder und der Kirchensteuereinnahmen, eine große Herausforderung darstellt.

Sanierungspläne und Gemeindeentwicklung

Die Evangelische Gemeinde Ehrenfeld steht vor weiteren Herausforderungen: Eine Fusion mit der evangelischen Kirchengemeinde Bickendorf ist für 2024 geplant, und auch die Anzahl der Pfarrstellen soll bis Anfang der 2030er Jahre von fünf auf drei reduziert werden. Die Diskussion über den Verkauf weiterer Gebäude wird angesichts der hohen laufenden Kosten immer lauter. Damit diese Herausforderungen bewältigt werden können, ist die Sanierung der Friedenskirche auch ein Schritt in Richtung Zukunft.

Ein Architektenwettbewerb mit acht teilnehmenden Büros wurde ausgeschrieben, und das Konzept für die Sanierung soll noch im laufenden Jubiläumsjahr vorgestellt werden. Pfarrer Dross hat klare Vorstellungen für die Renovierung: Eine Verbesserung des Veranstaltungsbereichs, abgetrennte Bereiche für Kinder, flexible Bestuhlung sowie eine neue Positionierung von Altar, Taufbecken und Kanzel sollen die Friedenskirche zeitgemäßer gestalten und besser in den Stadtteil integrieren.

Aktuelle Angebote und Beteiligung im Stadtteil

Die Gemeinde hat bereits ein abwechslungsreiches Angebot für ihre Mitglieder und die Nachbarschaft geschaffen. Dazu zählen Chorkonzerte, Rollschuhdiscos, Nachtflohmärkte, Repair-Cafés und Krabbeltreffs. Zudem engagiert sich die Gemeinde aktiv bei Stadtteilveranstaltungen, wie dem Rothehausstraßenfest oder der Kölner Theaternacht, und plant sogar eine mögliche Ehrenfelder Kunstroute. Die Gemeindegliederzahl beträgt derzeit etwa 11.500, doch nur rund 10% nehmen regelmäßig an den Gottesdiensten teil. Bei passenden Räumlichkeiten könnte die Erreichbarkeit für weitere 30% der Gemeindeglieder erhöht werden.

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Der Blick in die Zukunft zeigt, dass die Friedenskirche nicht nur ein historisches Gebäude ist, sondern auch als lebendiger Teil der Gemeinschaft fungieren soll. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um den Sanierungsprozess voranzutreiben und die Kirche als Ort des Glaubens, der Begegnung und der Kultur zu erhalten.