Ossendorfer Gartenhöfe: Kölns großer Schritt in die Mieterstrom-Zukunft
In den Ossendorfer Gartenhöfen tut sich einiges – und das ist mehr als nur ein bisschen spannend. Die Wohnungsgenossenschaft „Die Ehrenfelder“ und das Kölner Ingenieurbüro Heimwatt packen die Sache an und bringen die ersten Photovoltaikanlagen auf die Dächer. Die ersten dieser grünen Kraftwerke sollen schon bald in Betrieb gehen, und das ist erst der Anfang! In den kommenden Monaten wird das Projekt weiter voranschreiten, mit dem Ziel, alles bis November 2023 abzuschließen. So wird Köln mit einem der größten Mieterstromprojekte in der Region bereichert – und das ist doch mal ein Grund zum Feiern!
Die Zahlen sprechen für sich: Insgesamt 42 Photovoltaikanlagen werden auf 55 Wohngebäuden mit 435 Wohnungen installiert. So sollen jährlich etwa 690.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Das bedeutet, Haushalte in den Ossendorfer Gartenhöfen können etwa die Hälfte ihres Strombedarfs selbst decken – und das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch kostensparend! Wenn die Sonne mal nicht scheint, wird der restliche Strom zu 100 % aus Ökostrom über das öffentliche Netz geliefert. Ein echter Gewinn für alle Beteiligten!
Ein Schritt in die grüne Zukunft
Das Unternehmen hinter diesem Vorhaben, Green Planet Energy, wurde 1999 von Greenpeace gegründet und hat mittlerweile rund 50.000 Mitglieder. Die Organisation betreibt Wind- und Solarparks und ist aktiv an der Energiewende beteiligt. In Zusammenarbeit mit den „Ehrenfeldern“ wurden bereits acht Projekte umgesetzt, die knapp 700 Wohnungen und 11 Gewerbeeinheiten versorgen. Green Planet Energy pachtet die Dächer, installiert die Anlagen und kümmert sich um den Betrieb für mindestens 20 Jahre. Die Installation der Anlagen kostet zwar etwa 1,3 Millionen Euro, aber die Mieter profitieren durch Einsparungen von 60 bis 250 Euro pro Jahr – und das nur durch das Mieterstrom-Modell.
Das Konzept des Mieterstroms ist eine spannende Sache. Hierbei nutzen Mieter die Solarenergie, die auf dem Dach ihres Wohnhauses produziert wird, ohne dass der Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Das Ziel ist eine dezentrale Stromversorgung, die vor allem regenerativen Energien zugutekommt. Vermieter können von der erhöhten Wirtschaftlichkeit ihrer Photovoltaikanlagen profitieren, während Mieter von einem günstigeren Stromtarif profitieren, der maximal 90 % des Grundversorgertarifs beträgt. Klingt nach einer Win-Win-Situation, oder?
Ein Projekt mit Weitblick
Das Projekt in den Ossendorfer Gartenhöfen ist nicht einfach nur ein Zufall. Es ist das Ergebnis von zweieinhalb Jahren Vorbereitung, in denen Statik- und Kabelverlegungsfragen geklärt wurden – ganz schön aufwendig! Die Stadt Köln zeigt sich erfreulicherweise auch unterstützend und fördert das Projekt, was in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist. Gelbe Rohre an den Fassaden der Gebäude weisen auf die klimafreundliche Energieversorgung hin und machen deutlich, dass in Ehrenfeld etwas Großes auf die Beine gestellt wird.
Das Mieterstromgesetz von 2017 hat den Weg für solche Projekte geebnet. Es ermöglicht eine staatliche Förderung für Vermieter, die Mieterstrom anbieten. Und das nicht nur für die kommenden Jahre – der Mieterstromzuschlag gilt für 20 Jahre! Das bedeutet, dass diese Art der Stromversorgung nicht nur ein kurzfristiger Trend ist, sondern eine nachhaltige Lösung für die Zukunft darstellt. Mit Blick auf die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen Energiequellen könnte bundesweit bis zu 20 Millionen Haushalte mit Mieterstrom versorgt werden. Bisher sind es jedoch nur etwas mehr als 5.400 Anlagen, die realisiert wurden.
Wer hätte gedacht, dass aus einem Dach so viel Potenzial für die Zukunft entstehen kann? In den Ossendorfer Gartenhöfen wird nicht nur Strom produziert, sondern auch ein Zeichen für eine grünere Welt gesetzt. Und das ist in einer Zeit, in der Umweltschutz und nachhaltige Energieversorgung immer wichtiger werden, mehr als nur begrüßenswert.
