In der prallen Morgensonne von Köln-Ehrenfeld, genauer gesagt am 13. Mai um 5 Uhr, hat die Polizei ein heftiges Aufgebot mobilisiert. Anlass für die Durchsuchungen war ein 39-jähriger Neusser, der verdächtigt wird, in die Herstellung und den Handel mit Betäubungsmitteln verwickelt zu sein. Das klingt wie aus einem Krimi, ist aber bitterer Ernst. Spezialkräfte von Polizei und Feuerwehr waren vor Ort, um sich um potenziell gefährliche Chemikalien zu kümmern. Schließlich kann es in solchen Drogenlaboren ganz schön brenzlig werden.
In einer Lagerhalle in Ehrenfeld wurden zwei Männer, 19 und 45 Jahre alt, angetroffen. Der 45-Jährige wurde vorläufig festgenommen, weil er illegal in Deutschland lebt. Ein bisschen ironisch, wenn man bedenkt, dass er hier in einem Drogenlabor herumlungert. Die Polizei sicherte mehrere Handys, Datenträger und eine geringe Menge Cannabis. Gleichzeitig wurde die Wohnung des 39-Jährigen in Neuss durchsucht, wo die Beamten auf einen niedrigen fünfstelligen Bargeldbetrag stießen. Die Ermittlungen laufen seit einem anonymen Hinweis im September 2025 und zeigen, wie hartnäckig die Polizei gegen die Drogenkriminalität vorgeht.
Ein weiteres heißes Pflaster
Doch das war nicht der einzige große Auftritt der Polizei in den letzten Wochen. Am Dienstagmorgen, dem 18. März, gab es eine Drogenrazzia in Köln, bei der Ermittler der EG Fusion gleich vier Wohnungen in Zollstock und Holweide durchsuchten. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden zwei Männer im Alter von 22 und 25 Jahren festgenommen, die bereits wegen bandenmäßigen Drogenhandels mit Cannabis gesucht wurden. Die Polizei hatte richtig „Zugriff“: mehrere hundert Gramm Betäubungsmittel wurden sichergestellt, dazu eine Maschinenpistole und ein Revolver – beide scharf und einsatzbereit. Man fragt sich, ob die Gangster wirklich geglaubt haben, sie könnten mit solchen Waffen „ruhig schlafen“!
Die Festgenommenen sind nicht unbekannt bei der Polizei. Sie haben schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gestanden und mussten sich nun einem Haftrichter stellen. Die Ermittlungen sind Teil eines größeren Kampfes gegen die organisierte Drogenkriminalität in Köln. Die EG Fusion hat sich zum Ziel gesetzt, kriminelle Netzwerke durchzugreifen und lässt sich dabei nicht lumpen. Weitere Festnahmen sind durchaus wahrscheinlich, denn der Drogenhandel in der Stadt ist ein ernstes Problem.
Ein Blick auf die Zahlen
Die Situation ist nicht nur lokal besorgniserregend. Ein aktueller Bericht des BKA zeigt, dass die organisierte Kriminalität in Deutschland im Jahr 2024 wieder einen Anstieg verzeichnet hat. Insgesamt gab es 647 Ermittlungsverfahren gegen solche Gruppierungen. Gerade der illegale Rauschgifthandel ist mit 259 Verfahren besonders auffällig. Dabei sind Drogen wie Kokain und Cannabis besonders häufig im Visier der Ermittler. Die Polizei hat es zunehmend mit gewaltbereiten Strukturen zu tun, was durch die Sicherstellung von Waffen in den Razzien unterstrichen wird. Die Transnationalität der Kriminalität zeigt sich deutlich – bis zu 70% der Gruppen operieren grenzüberschreitend, was die Arbeit der Behörden zusätzlich erschwert.
Die Statistiken sind eindrücklich: Ein krimineller Ertrag von 798,8 Millionen Euro ist kein Pappenstiel. Und während die Festnahmen und Durchsuchungen zunehmen, bleibt die Frage, wie weit die Polizei in ihrem Kampf gegen diese Strukturen kommen kann. Die Rekrutierung von Minderjährigen über soziale Medien ist ein weiteres besorgniserregendes Phänomen – ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.