In Bickendorf, einem Stadtteil von Köln, brodelt es derzeit ordentlich. Bei einer Sondersitzung der Ehrenfelder Bezirksvertretung Anfang Februar, die von rund 100 Bürgern besucht wurde, ging es um den geplanten Schulneubau auf dem Gelände des Lindweiler Hofs. Die Sorgen der Anwohner sind nicht unbegründet, denn die Stadtverwaltung hat den Auftrag erhalten, die Pläne im Lichte der Kritik zu überdenken. Doch die städtische Gebäudewirtschaft sieht das ganz anders und betont, dass eine grundlegende Überprüfung der Planung nicht zielführend sei. Ein fünfgeschossiges Gebäude soll dort errichtet werden, und eine signifikante Verkleinerung des Baukörpers steht nicht zur Debatte – auch wenn das in den Reihen der Bickendorfer nicht gerade auf Begeisterung stößt.

Ein möglicher Umzug des Neubaus auf das Gelände des Neuen Quartiers Bickendorf (NQB) wird als kritisch angesehen. Die Planungen dort sind einfach noch nicht weit genug gediehen. Stattdessen hat die Verwaltung ein Maßnahmenpaket zur qualitativen Verbesserung geschnürt, das unter anderem Fassadenbegrünungen, schallmindernde Paneele und eine zusätzliche Kiss & Ride-Zone umfasst. Die Stadt möchte hier auf die Anregungen der Bürger eingehen und zeigt sich dankbar für deren Engagement. Eine Einigkeit über die wichtige Rolle der Kommunikation und Einbindung der Öffentlichkeit ist spürbar. Es wird angestrebt, die kommenden Projektphasen transparent zu begleiten, unter anderem durch politische Kommissionen und Fachgespräche.

Ein Blick in die Vergangenheit

Ein weiterer Aspekt, der die Diskussion anheizt, ist die Geschichte des Lindweiler Hofs. Die Förderschule Lindweilerhof wurde am 14.07.2021 durch eine Hochwasserflut schwer beschädigt, was schließlich zum Abriss der Schule im November 2024 führte. An dieser Stelle plant die Stadt Köln nun den Bau einer neuen Gesamtschule mit Kapazitäten für 1000 Schüler*innen sowie einer Kita. Um den Platzbedarf zu decken, soll die Schule interimistisch auch für das Montessori Gymnasium Ossendorf genutzt werden, das ebenfalls generalsaniert werden soll – auch hier gibt es bereits kritische Stimmen.

Die Stadt verfolgt ein ambitioniertes Ziel, denn im Schuljahr 2025/26 sollen bis zu 4600 Plätze für Fünftklässler an alten und neuen Gymnasien angeboten werden, 400 mehr als im Vorjahr. Mit insgesamt 90 Schulbauvorhaben in Planung oder im Bau zeigt Köln, dass der Schulbau ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat immer wieder betont, wie wichtig der Schulbau für die Stadt ist. Dabei wird auch nicht vergessen, dass die Flächenkonkurrenz ein großes Problem darstellt; geeignete Grundstücke sind rar.

Die Herausforderungen des Schulbaus

Aktuell sind 19 Schulbauprojekte in Köln auf der Zielgeraden, und die Stadt plant, ihr Maßnahmenpaket von 50 auf 60 Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen auszuweiten. Dafür müssten jedoch weitere 1,1 Milliarden Euro freigegeben werden. Köln investiert mehr Geld in den Schulbau pro Einwohner als jede andere Millionenstadt in Deutschland. Das ist schon ein starkes Stück! Doch die Stadt setzt auch auf innovative Lösungen, etwa durch General- oder Totalunternehmen, um die Bauzeiten zu verkürzen. Transparenz und Bürgerbeteiligung scheinen dabei kein bloßes Lippenbekenntnis zu sein. Das Engagement der Bürger wird ernst genommen, auch wenn die Meinungen über die Pläne im Quartier auseinandergehen.

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Mit all diesen Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne konkret umsetzen lassen und ob die Bickendorfer Bürger wirklich Gehör finden. Die Herausforderungen sind groß, doch die Chancen auf eine positive Entwicklung der Bildungslandschaft in Köln sind nicht zu unterschätzen. Man kann nur hoffen, dass der Dialog mit der Öffentlichkeit weiterhin so offen und konstruktiv bleibt.