Am Mittwoch, den 29. April 2026, wird die spannende Dokumentation „Wo Islamisten Deutschland unterwandern“ um 22:00 Uhr im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt. Diese Sendung beleuchtet die besorgniserregenden Einflüsse des Islamismus in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf die Bildungseinrichtungen. Lehrer aus Bonn berichten von Drohungen, wie etwa „Auch Dich kriegt der IS!“, und schildern, dass radikale religiöse Einflüsse auf Schulhöfen zunehmen. Ein Beispiel dafür ist, dass einige Kinder das Essen auf dem Schulhof verbieten, während sie fasten, obwohl das Fasten im Ramadan für junge muslimische Kinder nicht verpflichtend ist.
Diese Entwicklung wirft die Frage auf, ob der Staat den Einfluss von religiösem Fundamentalismus ausreichend im Blick hat. Die Problematik wird durch die problematische Auslegung religiöser Regeln, teils islamistisch, weiter verstärkt. In Berlin werden Bücher angeboten, die die Unterdrückung von Frauen und Gewalt rechtfertigen, und online sind deutschsprachige Inhalte islamistischer Influencer leicht zugänglich. Gülden Hennemann, eine ehemalige Verfassungsschützerin und Mitglied im „Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung“ des Bundesinnenministeriums, kritisiert den Umgang mit Islamismus in der deutschen Politik. Ein Vorfall in München, bei dem ein Afghane einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi angriff, zeigt die Gefahren auf. Das mutmaßliche Opfer äußert, die Tat verstärke Vorurteile gegen Muslime.
Radikalisierung in Ostdeutschland
Die Problematik der Radikalisierung ist nicht nur auf Westdeutschland beschränkt. In den letzten Jahrzehnten wurde eine ungleiche Entwicklung zwischen Ost- und Westdeutschland festgestellt, insbesondere in Bezug auf Gewaltkriminalität, politische Einstellungen und rechtsextreme Radikalisierung. Bei der islamistischen Radikalisierung gibt es in Ostdeutschland wenig Fortschritt, da die Präventionsansätze meist aus dem Westen stammen. Faktoren wie problematische Erziehungsstile, Armut und Diskriminierung tragen zur Radikalisierung bei, während elterliche Unterstützung und schulischer Erfolg als Schutzfaktoren gelten.
In Ostdeutschland sind junge muslimische Menschen besonders von Risikofaktoren betroffen, insbesondere Flüchtlinge. Die Armutsgefährdungsquote für Menschen ohne Migrationshintergrund liegt bei 12%, während sie für Menschen mit Migrationshintergrund zwischen 28 und 35% schwankt. In Sachsen-Anhalt beispielsweise verließen 39% der ausländischen Schüler:innen im Schuljahr 2022/23 die Schule ohne Abschluss. Diskriminierungserfahrungen sind in Ostdeutschland häufiger als im Westen, und 43% der Ostdeutschen sind gegen die Zuwanderung von Muslimen.
Gesellschaftliche Einflüsse und Prävention
Die sicherheitspolitische Lage in Deutschland ist komplex. Trotz eines Anstiegs islamistischer Aktivitäten in Ostdeutschland gibt es keine stärkere Radikalisierung als im Westen. Islamistische Akteure agieren oft außerhalb formaler Strukturen und nutzen Ressourcen aus anderen Bundesländern. Beratungsstellen berichten von immer jüngeren Klient:innen, die durch Online-Kontakte radikalisiert werden. Hier zeigt sich die Gefährlichkeit des Internets, wo islamistische Influencer gezielt junge Menschen ansprechen. Handlungsempfehlungen umfassen strukturelle Eingriffe zur sozialen Inklusion sowie eine verstärkte Schulung von Fachkräften in Diskriminierungssensibilität und interkultureller Kompetenz.
Deutschland gilt international als gut aufgestellt in der Prävention und im Umgang mit radikalem Islamismus. In den letzten zehn Jahren wurden Strukturen geschaffen und Prozesse professionalisiert. Nur wenige der 5,5 Millionen Muslime in Deutschland sind radikal oder gewaltbereit. Gesellschaftliche Ursachen wie Diskriminierung und Ausgrenzung sowie individuelle Faktoren wie psychische Probleme spielen eine entscheidende Rolle in der Radikalisierung. Die Organisation Violence Prevention Network bietet Hilfe für radikalisierte junge Menschen an, wobei Hinweise von Eltern, Lehrkräften und Freunden als entscheidend erachtet werden.
Die Debatte über Islamismus und Radikalisierung muss weitergeführt werden. Es gilt, Prävention durch Integration und Demokratiebildung zu fördern sowie die Zusammenarbeit mit muslimischen Communities auszubauen. Nur so kann eine stabile und respektvolle Gesellschaft entstehen, die den Herausforderungen des radikalen Islamismus entgegentritt.