Der digitale Euro und die Revolution des Bezahlens: Bargeld ade!
In Deutschland, wo man früher gerne mit Bargeld gewunken hat, hat sich die Bezahllandschaft in den letzten Jahren gewaltig gewandelt. Mobile Zahlungen nehmen rasant zu und Bargeld – na ja, das verliert zusehends an Bedeutung. Laut einer Studie des EHI Retail werden im Jahr 2025 nur noch 50,5% der Transaktionen im stationären Handel in bar beglichen. Das ist ein dramatischer Rückgang im Vergleich zu 2015, als es noch stolze 78% waren. Wer hätte gedacht, dass wir einmal so weit kommen würden?
Und jetzt haltet euch fest: 65% der 500 Milliarden Euro Umsatz im deutschen Einzelhandel wurden bereits mit Karte bezahlt! Die EC-Karte, oder wie wir sie hierzulande nennen, die Girokarte, wird überwiegend kontaktlos genutzt. Man steckt sie also nicht mehr ein, sondern hält sie einfach an das Lesegerät – praktisch, oder? Nur 15% der Zahlungen geschehen noch auf die altmodische Art. Und der Trend zum Mobile Payment wächst weiter. Im Jahr 2021 waren bereits 20% der unbaren Zahlungen mobil – eine satte Steigerung von 12,8% im Jahr 2019.
Die Rolle der Technik
Die technische Verfügbarkeit für Mobile Payment hat sich ebenfalls verbessert. Banken wie die Sparkassen und Volks- sowie Raiffeisenbanken, genauso wie PayPal, bieten mittlerweile passende Lösungen an. Das bedeutet, dass wir unser Smartphone oder unsere Smartwatch zücken können, um zu bezahlen. Bargeldauszahlungen, auch bekannt als Cashback, werden dagegen eingeschränkt – jedes zwölfte Unternehmen hat das im letzten Jahr bereits spürbar reduziert.
Online-Zahlungen sind ein weiteres Kapitel für sich. PayPal ist mit 29% die beliebteste Zahlungsmethode, gefolgt von Kauf auf Rechnung mit 26%. Bargeld und Girokarte spielen hier keine Rolle. Interessanterweise hat die europäische Alternative zu PayPal, Wero, im Handel noch mit Vorbehalten zu kämpfen, obwohl an ihrer Weiterentwicklung gearbeitet wird.
Der Wandel des Zahlungsverkehrs
Eine aktuelle Untersuchung der Bundesbank zeigt, dass Kartenzahlungen die wichtigste Form elektronischer Zahlungen in Deutschland sind. Das hat auch seine Gründe. Debitkarten haben den größten Marktanteil, und die Nutzung dieser Karten hat durch kontaktlose Technologien und die pandemiebedingten Veränderungen im Konsumverhalten einen regelrechten Aufschwung erlebt. Jährliche Transaktionen mit Debitkarten sind von 3,9 Milliarden im Jahr 2018 auf 10,9 Milliarden im Jahr 2024 gestiegen!
Im Jahr 2023 besaßen rund 97 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Debitkarte. Das ist schon eine beeindruckende Zahl! Was die Akzeptanz betrifft, so akzeptieren 73% der Unternehmen die Girocard, während Visa- und Mastercard-Debitkarten sowie Kreditkarten nur von rund der Hälfte der Unternehmen angenommen werden. Hier gibt es noch Luft nach oben.
Ein Trend, der immer deutlicher wird, ist das mobile Bezahlen. Der Anteil mobil initiierter Kartenzahlungen stieg von 5% im Jahr 2022 auf 16% im Jahr 2024. Und es gibt noch mehr auf dem Horizon: Echtzeitüberweisungen und der Wettkampf um digitale Wallets könnten die Bezahlgewohnheiten weiter revolutionieren. Vielleicht wird uns der digitale Euro in Zukunft noch mehr Optionen für mobile Zahlungen bieten.
